Für Kämpfertypen

Weltrekord für Floors, Europarekord für Schäfer

Die Leverkusener Para Leichtathleten haben beim Grand Prix in Paris starke Leistungen gezeigt: Johannes Floors verbesserte über 200 Meter seinen Weltrekord, León Schäfer sprintete im gleichen Rennen zum Europarekord in seiner Startklasse.


Der Kracher kam zum Schluss: Johannes Floors hatte schon über 100 und 400 Meter flotte Rennen gezeigt, gerade über die Stadionrunde fehlte ihm aber die Konkurrenz. Über 200 Meter zog der beidseitig unterschenkelamputierte Leverkusener auf der blauen Mondobahn im Stade Charléty dann alleine voll durch und freute sich über einen Weltrekord. 21,12 Sekunden zeigte die Uhr an, ein Zehntel schneller als beim Integrativen Sportfest in Leverkusen Mitte Juni. „Das war beeindruckend“, sagte Bundestrainerin Marion Peters mit Blick auf die Weltmeisterschaft Anfang November in Dubai.

Über 100 Meter hatte Johannes Floors am Vortrag mit seinem Teamkollegen Felix Streng eine Doppelsieg über 100 Meter gelandet. Nach guten 10,89 m sec bzw. 11,22 sec im Vorlauf siegte Floors im Finale bei Gegenwind mit 11,02 sec. Über 400 m blieb Floors mit 47,99 sec nur knapp über seiner Saisonbestleistung.

Auch Léon Schäfer darf sich über 200 Meter Europarekordhalter bei den einseitig Oberschenkelamputierten nennen, nachdem er im gleichen Rennen nach 27,22 Sekunden ins Ziel gekommen war. Allerdings konnte er sich kaum freuen, da er zu erschöpft war. Schließlich war der Weitsprung-Weltrekordhalter in der prallen Sonne nur zwei Stunden zuvor 6,60 Meter weit gesprungen und hatte seine beiden größten Konkurrenten, den Dänen Daniel Wagner und den Japaner Atsushi Yamamoto, hinter sich gelassen – das hatte Kraft gekostet.

Irmgard Bensusan war über 200 Meter nur sieben Hundertstel über ihrem Weltrekord geblieben, über 100 Meter sprintete sie schnelle 12,91 Sekunden und blieb erneut unter der 13-Sekunden-Marke. „Sie ist unfassbar stabil geworden auf einem höheren Niveau als in der Vorsaison, das möchte man im Jahr vor den Paralympics sehen“, sagte Peters: „Man darf bei allen nicht vergessen, dass wir in der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung sind, da ist nicht immer mit Topleistungen zu rechnen. Umso mehr freue ich mich.“

Auch die Jagd nach den WM-Normen spielte eine große Rolle, zumal der Grand Prix in Paris die letzte Möglichkeit auf ein Tokio-Ticket war. Stark verkaufte sich dabei Maria Tietze, die ihre 200-Meter-Bestzeit auf 28,59 Sekunden drückte und somit die Norm nur knapp verfehlte. Auch über 100 Meter lief sie mit 13,89 Sekunden stabil unter 14 Sekunden.

Bastian Börsch blieb im Weitsprung mit 5,26 Metern nur zwei Zentimeter hinter seiner Bestweite vom Integrativen Sportfest, nachdem er auch im Sprint gute Fortschritte zeigte. Johannes Bessell, der die WM-Norm schon hat, lief in Paris über 1500 Meter ein mutiges Rennen und sammelte wichtige Erfahrungen auf internationalem Terrain, am Ende ging ihm aber die Kraft aus. Das war auch bei Moritz Hoffmann über 400 Meter der Fall, nachdem er flott angegangen war.

Tom Malutedi belegte im Hochsprung mit 1,74 m Platz 8 und über 200m in in 25,71 sec Rang 4.

„Ich bin positiv überrascht von dem durchgängig hohen Niveau“, sagte Leverkusens Parasport-Geschäftsführer Jörg Frischmann: „Es ist auch schön, dass Felix Streng nach den gesundheitlichen Problemen der verganenen Wochen und Monaten zurück ist. Da waren keine Zeiten von 10,5 Sekunden zu erwarten, aber im Hinblick auf die WM ist das die richtige Richtung.“


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