Für Kämpfertypen
Léon Schäfer bei seinem 100-Meter-Coup (c) Gate3 Photo Agency / Marcus Hartmann

„Herausragende Leistungen“ bei Para Leichtathletik-WM

Vier Mal Gold und zwei Mal Silber hat das 8-köpfige internationale Team des TSV Bayer 04 Leverkusen bei der Para Leichtathletik-Weltmeisterschaft im japanischen Kobe gewonnen, dazu erfüllte Jule Roß die Paralympics-Norm für Paris. Im Medaillenspiegel läge das Bayer-Team auf Rang 13.


Doppel-Gold gab es für Léon Schäfer im Weitsprung und erstmals auch über 100 Meter sowie WM-Titel für Weitspringer Markus Rehm und 400-Meter-Läufer Johannes Floors. Die Japanerin Tomomi Tozawa, die bei Erik Schneider trainiert, gewann im Weitsprung und über 100 Meter Silber. Im Weitsprung musste sie sich nur Vanessa Low geschlagen geben, die beim TSV Bayer 04 mit der Para Leichtathletik angefangen hat und die mittlerweile für Australien startet.

Für den WM-Titel über 100 Meter bekam Léon Schäfer ein Sonderlob von Bundestrainerin Marion Peters, nachdem er im Ziel in deutscher Rekordzeit von 12,03 Sekunden nur zwei Hundertstel Vorsprung hatte: „Es war hauchdünn, aber das sind die Battles, die wir sehen wollen, die auch die Zuschauer begeistern, die Athleten brauchen, um sich zu pushen und um weiterzukommen. Das war genial.“

Jule Roß war die Entdeckung der WM für die Bundestrainerin. Die 17-Jährige lief über 400 Meter mit deutschem Rekord zur Paralympics-Norm, belegte Rang vier und stellte auch über 100 Meter als Sechste eine persönliche Bestzeit auf. Dazu wurde sie im Weitsprung Achte und über 200 Meter Neunte. „Wir haben sie als junge Athletin zum Lernen mitgenommen“, sagt Peters und fügt an: „Sie hat sich innerhalb kürzester Zeit einen Stand erarbeitet, der eigentlich unglaublich ist. Da sieht man, dass diese Dynamik einer Weltmeisterschaft durchaus zu einer enormen Leistungssteigerung beiträgt. Sie geht mit richtig positiven Emotionen nach Hause.“

Speerwerferin Lise Petersen wurde in einem schweren Wettkampf Sechste, Noah Bodelier mit einer beeindruckenden Weite im Weitsprung Vierter vor dem Griechen Stelios Malakopoulos, der im Weitsprung wie auch über 400 Meter Fünfter – dort in persönlicher Bestzeit – wurde.

Mit Blick auf die Paralympics in Paris haben bereits sieben Leverkusener Athletinnen und Athleten die geforderte Norm erbracht: Neben Jule Roß (400 Meter) bei der WM zuvor schon Irmgard Bensusan (200 Meter), Nele Moos (400 Meter), Noah Bodelier (Weitsprung), Johannes Floors (100 und 400 Meter), Markus Rehm (Weitsprung) und Léon Schäfer (Weitsprung und 100 Meter).

„Die Top-Athleten haben wie immer abgeliefert und auch der Nachwuchs mit Jule Roß und Noah Bodelier hat mit herausragenden Leistungen geglänzt. Darüber hinaus haben wir zwei deutsche Rekorde erzielt und wir hoffen, dass unser deutsches Team für Paris mit bis zu acht Leuten doch größer wird als erwartet“, sagt Parasport-Geschäftsführer Jörg Frischmann und denkt dabei neben den Normerfüller*innen auch an Speerwerferin Lise Petersen, die in dieser Saison schon große Fortschritte gemacht hat. Zudem dürfen sich auch die drei Internationalen Tomomi Tozawa (Japan), Elena Kratter (Schweiz) und Stelios Malakopoulos (Griechenland) berechtigte Paralympics-Hoffnungen machen.

Nächster Stopp für die Deutschen ist der World Para Athletics Grand Prix in Nottwil (Schweiz; 6. bis 8. Juni), am 15. Juni stehen dann die deutschen Meisterschaften in Erfurt an. Die letzte Möglichkeit zur Normerfüllung gibt es schließlich am 6. Juli beim Para Leichtathletik Heimspiel in Leverkusen, ehe der Deutsche Behindertensportverband am 19. Juli die Nominierung des Team D Paralympics für die Spiele in Paris verkündet.


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