Für Kämpfertypen
Johannes Floors (c) Mika Volkmann

Floors krönt das Heimspiel mit 200-Meter-Weltrekord

Das zweite Heimspiel war für die Para-Leichtathleten des TSV Bayer 04 Leverkusen ein voller Erfolg. Das letzte Qualifikationssportfest hielt bei guten äußeren Bedingungen all das, was man sich versprochen hatte - Rekorde inklusive.


Zum Auftakt der Wettbewerbe standen traditionell die „Para Kids“ des Vereins im Mittelpunkt und zeigten den begeisterten Zuschauerinnen und Zuschauern ihr Können im Sprint und Weitsprung.

Schon die 100-Meter-Vorläufe hatten es in sich: Zum Auftakt erzielte die Greifswalderin Lindy Ave mit 13,01 Sekunden einen Deutschen Rekord über 100 Meter. Die Schweizerin Elena Kratter, häufig für das Training zu Gast in Leverkusen, ließ mit 15,13 Sekunden einem neuen Schweizer Rekord folgen. Nur wenig später lieferte sich die versammelten Weltspitze im Sprint der Frauen in der Startklasse T64 das erwartete Duell auf Augenhöhe. Die Niederländerin Marlene van Gansewinkel siegte am Ende im Fotofinish in 12,80 Sekunden vor Fleur Jong in 12,83 Sekunden und der Leverkusenerin Irmgard Bensusan in 12,84 Sekunden.

Bei den Männern sorgte der Ex-Leverkusener Felix Streng in 10,72 Sekunden für das herausragende Resultat, gefolgt von Johannes Floors in 10,91 Sekunden.

Das Highlight des Abends wurde dann der 200-Meter-Sprint der Männer. Lokalmatador Johannes Floors präsentierte sich in Rekordlaune. In seinem Wohnzimmer siegte der Athlet von Karl-Heinz Düe mit der neuen Weltrekordzeit 21,04 Sekunden und freute sich trotz ausbaufähigem Start: „Die ersten 40 Meter waren nicht gut. Aber dann habe ich einfach nicht mehr aufgehört zu laufen. Die Zeit ist natürlich geil.“ In seinem Schatten sprintete der Niederländer Olivier Hendriks in 22,21 Sekunden zu einem neuen nationalen Rekord.

Bei den Frauen siegte die gehörlose Delia Gaede in 25,98 Sekunden. Hinter ihr setzte sich Irmgard Bensusan im direkten Duell gegen Marlene von Gansewinkel durch und untermauerte ihre hervorragende Form auf ihrer Paradestrecke.

Über 400 Meter präsentierte sich Leverkusens Merve Petruck mit der neuen persönlichen Bestzeit von 69,74 Sekunden beim Sieg der jungen Luana Neburaho in guter Form.

In den technischen Wettbewerben war das Sperrwurf-Comeback von Olympiakandidat Andreas Hofmann das Highlight. Der Mannheimer stieg mit 78,84 Metern in die Saison ein und hofft weiter auf einen Olympiastart. Leverkusens Noah Bodelier stellte im Speerwurf eine neue persönliche Bestleistung auf. Überzeugen konnte auch Tom Malutedi. Mit 51,65 Metern verfehlte der 25-Jährige allerdings die Norm für Tokio. Im Speerwurf der Frauen musste sich die Leverkusenerin Lise Petersen Europameisterin Noelle Roorda geschlagen geben. Mit 33,45 Metern blieb sie aber nur einen Meter unter ihrer aktuellen Bestleistung.

Im Weitsprung der Männer ließ Markus Rehm mit 8,02 Metern den nächsten 8-Meter-Wettkampf folgen. Hinter ihm zeigte Léon Schäfer bei seinem Saisoneinstieg mit glatten sieben Metern, dass mit ihm in Tokio zu rechnen sein wird.

Bei den Frauen gewann Fleur Jong mit 5,76 Metern vor der Leverkusenerin Kim Vaske mit 4,97 Metern und Elena Kratter, die mit 4,66 Metern einen weiteren Schweizer Rekord aufstellte.

Zum Abschluss der Veranstaltung verbesserte sich die deutsche 4x100-Meter-Universalstaffel mit einem Start laufenden David Behre mit 48,78 Sekunden auf Platz sechs der Weltrangliste und hat damit den Startplatz für Tokio sicher.           

Jörg Frischmann war nach dem Heimspiel happy: „Wir haben heute bei dem letzten Qualifikationssportfest zahlreiche Topleistungen gesehen. Die deutschen Athleten haben zahlreiche Saisonbestleistungen erbracht und unsere vier Top-Athleten Irmgard Bensusan, Johannes Floors, Markus Rehm und Léon Schäfer haben ihre Ambitionen für Tokio eindrucksvoll untermauert. Es war eine rundum gelungene Veranstaltung.“

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