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Das sind die Bayer-Chancen bei den Paralympics

14 Athletinnen und Athleten des TSV Bayer 04 Leverkusen sind bei den Paralympics in Tokio dabei, die am 24. August starten. Das sind ihre Wettkampftage und Aussichten.


Weitsprung T63 Männer (28. August):
Mit einem Wettkampf auf höchstem Niveau wird der Weitsprung der Oberschenkelamputierten aufwarten. Nachdem Weltrekordhalter Léon Schäfer im vergangenen Jahr als erster Springer die sieben Meter knacken konnte und aktuell bei 7,24 Meter steht, zog in diesem Jahr Dauerkonkurrent Daniel Wagner nach und steigerte sich auf 7,18 Meter. Auch der Niederländer Joel de Jong kann an einem guten Tag die Schallmauer durchbrechen. Bei seinen Heimspielen ist der beliebte Japaner Atsushi Yamamoto als Vierter der Weltrangliste ebenso nicht chancenlos wie Ntando Mahlangu aus Südafrika. 

100m T38 Frauen (28. August):
Als Außenseiterin geht Nele Moos über 100 Meter an den Start. Die Athletin von Matthias Esser liegt auf Platz zwölf der Welt und muss sich deutlich steigern, um das Finale zu erreichen. Favoritin ist die Britin Sophie Hahn, die souverän die Weltrangliste anführt.

100m T63 Männer (29. August Vorlauf / 30. August Finale):
Über 100 Meter geht Léon Schäfer als Außenseiter mit Medaillenchance an den Start. Favorit ist Weltrekordler Vinicius Rodrigues aus Brasilien. Hinter dem Brasilianer, der sich bei der WM überraschend geschlagen geben musste, ist die Konkurrenz im Kampf um die Medaillen groß. Mit dem Dänen Daniel Wagner, dem US-Amerikaner Desmond Jackson und dem Russen Anton Prokhorov bewegen sich drei weitere Athleten auf Augenhöhe mit Schäfer, der verletzungsbedingt seine Priorität in der Vorbereitung auf den Weitsprung gesetzt hat. Zudem könnten sich auch der australische Rio-Paralympicssieger Scott Reardon und Newcomer Joel de Jong aus den Niederlanden berechtigte Hoffnungen auf das Podium machen.

100m T64 Männer (29. August Vorlauf / 30. August Finale):
In der Königsdisziplin über 100 Meter bahnt sich in Tokio ein Dreikampf zwischen Johannes Floors, dem britischen London- und Rio-Champion Jonnie Peacock aus Großbritannien sowie dem Ex-Leverkusener Felix Streng an. Während die Bestzeiten von Floors und Peacock aus 2019 stammen, hat sich Felix Streng nach seinem Wechsel nach London gesteigert. In seinem letzten Rennen vor Tokio unterbot er den Weltrekord der einseitig unterschenkelamputierten Sprinter um eine Hundertstelsekunde. Während Streng in dieser Saison Johannes Floors schlagen konnte, ist Jonnie Peacock wieder einmal abgetaucht und es wird spannend, ob die beiden Deutschen ihn dieses Mal schlagen können. Nicht zu unterschätzen sind Newcomer Sherman Guity aus Costa Rica und Jarryd Wallace aus den USA. David Behre wird es bei seinen letzten Paralympics in diesem hochklassigen Feld schwer haben, das Finale zu erreichen - wird aber alles probieren, um die Überraschung zu schaffen.

200m T64 Frauen (31. August):
Auf Ihrer Paradestrecke über 200 Meter schielt die Leverkusenerin Irmgard Bensusan auf die Goldmedaille. Die Athletin von Karl-Heinz Düe hat die letzten Rennen gegen die Hauptkonkurrenz aus den Niederlanden gewonnen und ist psychologisch leicht im Vorteil. Neben Marlene van Gansewinkel und Kimberly Alkemade könnte die US-Amerikanerin Beatriz Hatz für eine Überraschung sorgen. Für Maria Tietze wäre das Finale ein Erfolg.

Weitsprung T64 Männer (1. September):
Der ungeschlagene Champion Markus Rehm peilt in Tokyo den dritten Paralympicssieg in Folge an. Der Athlet von Steffi Nerius wird nach dem CAS-Urteil, das ihm einen Start bei den Olympischen Spielen verwehrte, hoch motiviert sein, eine große Weite in den Sand zu brennen. Die Ergebnisse bei den Olympischen Spielen lassen auf eine große Weite hoffen. Trenten Merill (USA) und Dimitri Pavard (Frankreich) sind erste Anwärter auf die weiteren Medaillen.

100m T64 Frauen (Vorlauf 2. September / Finale 3. September):
Das Niveau in diesem Wettbewerb ist in den vergangenen fünf Jahren noch einmal deutlich gestiegen. Zeiten von unter 13 Sekunden sind für die Top-Athletinnen ein Muss. Nach dem EM-Titel ist die niederländische Weltrekordhalterin Fleur Jong sicher Favoritin. Doch gerade bei den Sprinterinnen mit zwei Federn hängt viel vom Start ab. An dem hat Irmgard Bensusan hart gearbeitet. Die Leverkusenerin gehört neben Jong mit den zwei weiteren Niederländerinnen Marlene van Gansewinkel und Kimberly Alkemade zu den Favoritinnen. Außenseiterinnenchancen haben die US-Girls Femita Ayanbeku und Beatriz Hatz, die sich in der laufenden Saison deutlich gesteigert haben. Maria Tietze hofft bei ihren ersten Paralympics auf der kürzeren Sprintstrecke auf eine neue Bestzeit. 

4x100-Meter-Universalstaffel (Vorlauf 2. September / Finale 3. September):

Die neu formierte Staffel wird in Tokio erstmals im paralympischen Programm sein. Nachdem in Rio noch die 4x100-Meter-Prothesenstaffel Gold gewinnen konnte, gibt es nun eine Mixed-Version mit je zwei Männern und Frauen in vier verschiedenen Behinderungsarten. David Behre hofft auf den Platz an der zweiten Position, nachdem er sich mit der Staffel bravourös für die Spiele qualifiziert hatte.

400m T62 Männer (3. September):
Als Favorit geht Johannes Floors bei seinen zweiten Paralympics in das Rennen auf der Stadionrunde. Größter Konkurrent ist der Amerikaner Hunter Woodhall. Allerdings bestreitet der US-Boy die meisten seiner Wettkämpfe mit im Parasport unzulässigen Prothesen bei Collage-Wettkämpfen, sodass das wahre Leistungsvermögen von Woodhall schwer einzuschätzen ist. Ebenfalls stark einzuschätzen ist der Niederländer Olivier Hendriks, der in Leverkusen erstmalig unter 50 Sekunden blieb. Für Floors wäre alles andere als Gold eine Enttäuschung, wie er sagt - es wird sich zeigen, ob die schnelle Tokioter Bahn möglicherweise neue Rekordzeiten zutage bringt.

Speerwurf F46 Frauen (3. September):
Nach ihrer überraschenden Nominierung für die Paralympics will Lise Petersen bei ihrem ersten großen Auftritt Erfahrung sammeln, um dann 2024 vorne mitzuwerfen. Die 16-Jährige möchte an die guten Leistungen der Saison anknüpfen und liebäugelt mit dem Finale und vielleicht einer Bestleistung. Favoritinnen sind Holly Robinson aus Neuseeland und die Britin Hollie Arnold.

400m T38 Frauen (4. September):
Kaum ein Rennen ist ausgeglichener als das Feld über 400 Meter. Nele Moos möchte bei Ihren ersten Paralympics zunächst das Finale erreichen. Im Finale wird sie dann alles versuchen, um bei der Vergabe der Medaillen ein Wörtchen mitzureden. Favoritinnen sind Luca Ekler aus Ungarn und die Russin Margarita Goncharova. Der Kampf um Platz drei ist offen, selbst die Nummer neun der Welt ist nicht chancenlos.

Sitzvolleyball Herren

Deutschlands Sitzvolleyballer bekommen es in der Gruppe B mit dem Iran, Brasilien und China zu tun. Gruppenfavorit ist Paralympicssieger Iran. Doch dahinter scheint für das deutsche Team alles möglich zu sein, zumal Brasilien durch die neuen Klassifizierungsregeln deutlich schwächer ist als zuletzt in Rio. Hinter dem Iran könnte es auch zu einem Dreivergleich um den Einzug ins Halbfinale kommen, sodass jeder Punkt wichtig ist. In der Gruppe A gelten Bosnien und Russland als Favoriten auf die weiteren Halbfinalplätze.

  • 28. August 3 Uhr Iran
  • 30. August 7 Uhr China
  • 31. August 7 Uhr Brasilien
  • 2. September ab 11.30 Uhr Halbfinale
  • 4. September ab 7 Uhr Bronze-Match / Finale

 

Schwimmen

Schwimmer Taliso Engel geht über 50 und 400 Meter Freistil als Außenseiter an den Start. Der 19-Jährige nutzt die Wettbewerbe, um die Abläufe kennenzulernen. Das Erreichen eines Finals auf den Freistilstrecken wäre ein Erfolg. Favorit ist jeweils Ihar Boki aus Belarus.
Über 100 Meter Brust möchte der junge Nürnberger eine Medaille gewinnen, zumal er als Welt- und Europameister anreist. Im Qualifikationszeitraum war nur der Amerikaner David Abrahams schneller. Doch dahinter lauern gleich vier Athleten, die den beiden Youngstern das Leben schwer machen wollen.

Über 200 Meter Lagen hofft Engel auf das Finale. Nachdem er sich auf allen Strecken verbessert hat, liegt eine neue Bestzeit und damit vielleicht die Finalteilnahme im Bereich des Möglichen. Favorit ist auch hier Überflieger Ihar Boki.

  • 27. August: 400m Freistil
  • 29. August: 50m Freistil
  • 30. August: 200m Lagen
  • 1. September: 100m Brust

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