Work-Life-Balance, Work-Life-Blending oder Work-Life-Separation?

Die heutige Arbeitswelt erfährt einen rasanten Umschwung. Immer mehr Arbeitnehmer arbeiten nicht mehr im klassischen nine-to-five Job oder in der betrieblichen Arbeitsstätte, sondern können sich ihre Arbeitszeit frei einteilen und arbeiten mobil oder im Home-Office.


Work-Life-Balance, Work-Life-Blending oder Work-Life-Separation?

Die heutige Arbeitswelt erfährt einen rasanten Umschwung. Immer mehr Arbeitnehmer arbeiten nicht mehr im klassischen nine-to-five Job oder in der betrieblichen Arbeitsstätte, sondern können sich ihre Arbeitszeit frei einteilen und arbeiten mobil oder im Home-Office. Ein Begriff, der die Arbeitswelt Langezeit geprägt hat, ist die sogenannte Work-Life-Balance. Arbeits- und Privatleben sollen im Einklang stehen, um einen ausgewogenen Zustand zwischen den privaten Interessen und den Anforderungen der Arbeitswelt zu ermöglichen. Vor allem durch das mobile Arbeiten und Home-Office ist es heutzutage schwierig, Arbeits- und Privatleben voneinander zu trennen und eine ausgewogene Balance zu finden.

Beim Work-Life-Blending wird der Fokus verschoben. Work-Life-Blending beschreibt die Vermischung zwischen beruflichen und privaten Aufgaben und sorgt dafür, dass Arbeitszeiten und private Belangen nicht mehr strikt voneinander getrennt werden. So können beispielsweise private Angelegenheiten während der Arbeitszeit erledigt werden und genauso berufliche Verpflichtungen am Abend, Wochenende oder zu Zeiten, an denen normalerweise nicht an die Arbeit gedacht wird. Die daraus erhöhte Selbstbestimmung führt bei einigen Arbeitnehmern zu einer Steigerung der Motivation und Produktivität. Familie und Beruf können zudem noch besser vereinbart werden, wie es u.a. während des Home-Schoolings wichtig ist. Auch muss für private Erledigungen nicht gleich ein Urlaubstag aufgewendet werden, weil Termine miteinander verbunden werden können: So kann man sich bereits auf dem Weg in den Urlaub befinden und trotzdem noch an einer Online-Besprechung teilnehmen oder Anrufe entgegennehmen. Dafür ist allerdings ein Selbstmanagement notwendig. Was für den einen eine Chance darstellt, seinen Arbeitstag eigenständig zu organisieren und eigenverantwortlich zu arbeiten, kann für einen anderen auch Risiken mit sich bringen. Zu den Risiken gehören u.a. eine mangelnde Strukturierung des Arbeitstages, sodass beispielsweise Arbeitspausen ausgelassen werden oder die Arbeitsgestaltung eine Über- oder Unterforderung verursacht. Dadurch können Einschränkungen in der Regenerations- und Leistungsfähigkeit entstehen. Die Arbeitszeit darf nicht zu stark überstrapaziert werden, sodass physische und vor allem psychische Belastungen auftreten. Auch dürfen Arbeitnehmer nicht in eine Selbstausbeutung verfallen, wodurch Erholungszeiten in den Hintergrund rücken, private Interessen vernachlässig werden oder das Abschalten von Arbeitsinhalten nicht mehr möglich ist. Für Work-Life-Blending sollten demnach ausreichend Ressourcen vorhanden sein, um einen selbstbestimmten (Arbeits-) Alltag zu führen.

Die jüngste Generation prägt den Begriff Work-Life-Separation. Es wird nach einer stärkeren Trennung von beruflichen Aufgaben und dem Privatleben sowie einer deutlicheren Struktur im Arbeitsalltag gestrebt. Der Trend verlagert sich wieder in Richtung Work-Life-Balance zurück, nur dass Flexibilität und Strukturierung wichtige Grundlagen der Work-Life-Separation darstellen. Außerdem sollen Probleme bzw. Stressfaktoren frühzeitig erkannt und entgegengewirkt werden. Wünsche sollen verwirklicht werden können und Grenzen dabei helfen, produktiv zu arbeiten und sich in seiner Freizeit zu erholen.

Welches Arbeitsmodell am besten zu einem persönlich passt, muss herausgefunden werden. Die Corona-Pandemie hat vielen Arbeitnehmern gezeigt, was es heißt, Arbeits- und Privatleben miteinander zu vereinbaren. Ob man langfristig in Arbeitsmodellen des Work-Life-Blendings arbeiten möchte, sodass Arbeits- und Privatleben gemeinsam den Alltag bestimmen oder ob eine strikte Trennung positivere Auswirkungen auf den persönlichen Alltag hat, muss jeder für sich selbst entscheiden. Die Zukunft wird zeigen, welche Arbeitsmodelle langfristig den Arbeitsmarkt prägen werden. Fest steht, dass auf persönlichen Ressourcen geachtet werden sollte und Faktoren berücksichtig werden, die das psychische und physische Wohlbefinden beeinflussen.

 

Malena Richter


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