Supplements- Welche Nahrungsergänzungsmittel sind wirklich sinnvoll?

Was sind eigentlich Nahrungsergänzungsmittel?

Nahrungsergänzungsmittel sind Lebensmittel, die dazu dienen, die allgemeine Ernährung mit Vitaminen, Mineralstoffen und sonstigen Stoffen zu ergänzen. Supplements, Essentials, Nahrungsergänzungsmittel – diese drei Begriffe bedeuten alle dasselbe. Sie enthalten ernährungsphysiologisch wirksame Nährstoffe in konzentrierter und dosierter Form. Daher werden Sie werden meist eher in lebensmitteluntypischen Formen wie Tabletten, Trinkampullen oder Kapseln angeboten und sich dennoch von Arzneimitteln deutlich zu unterscheiden. Dazu zählen z.B. Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Aminosäuren, Ballaststoffe, aber auch Pflanzen oder Kräuterextrakte – beispielsweise Cranberry– oder Aronia-Extrakt. Nahrungsergänzungsmittel sollen zum Erhalt der Gesundheit und des Wohlbefindens beitragen, indem sie einen wichtigen Beitrag zur Ergänzung der individuellen Ernährung leisten können. Sie werden gezielt bei einem bestehenden Mangel eingesetzt oder auch präventiv.


Warum Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein können?


Weil unsere tägliche Ernährung teilweise an ihre Grenzen kommt und es manchen Menschen im Alltag schwer fällt die Ernährungsempfehlungen einzuhalten. Dabei können sie all denjenigen helfen, z.B. Sportlern, die einen erhöhten Bedarf an Nährstoffen aufweisen. Denn sportliche Leistungsfähigkeit ist nicht nur vom Training abhängig- auch die Ernährung spielt eine wesentliche Rolle. Generell unterscheidet man über die Zufuhr von Makronährstoffen, wie Kohlenhydrate, Proteine und Fette, sowie Mikronährstoffe wie Mineralstoffe und Vitamine. Wie viele und welche Mikronährstoffe sinnvoll sind, ist abhängig von der Sportart, dem Alter und dem Geschlecht aber auch von der medizinischen Vorgeschichte oder Allergien. Die Ideale Zufuhr der verschiedenen Nährstoffe ist somit immer individuell zu betrachten. Dazu gehört auch eine regelmäßige Analyse der Blutwerte. Auf diese Weise können unnötige Einnahmen, Über- oder Unterdosierungen, Unverträglichkeiten oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder anderen Supplementen vermieden werden. Es sollte also darauf geachtet werden, entsprechend den Zielen und Bedürfnisse individuell zu supplementieren. Von einer unkontrollierten Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ist in jedem Fall abzuraten. Da sie immer nur wenige Bausteine der normalen Lebensmittel abdecken, können sie kein Ersatz für eine gesunde Ernährung sein. Nahrungsergänzungsmittel sind also nur das Sahnehäubchen auf einer gesunden und ausgewogenen Ernährung.


Deshalb können Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein:


Unsere modernen Essgewohnheiten, Convenience Food, also Fertigprodukte, die uns den Alltag erleichtern, stecken meistens voller Zucker, Weizenmehl und Fett – dafür enthalten sie wenig Nährstoffe. Sie liefern einen Überschuss an Energie, der oft gar nicht gebraucht wird. Das kann nicht nur dick machen, sondern ist dazu vor allem ungesund. Auch können Unverträglichkeiten oder der freiwillige Verzicht auf bestimmte Lebensmittel dazu führen, dass einige Vitalstoffe nicht ausreichend aufgenommen werden. Weitere Faktoren, die den Nährstoffbedarf erhöhen oder auf irgendeine Weise beeinflussen können: Erkrankungen, Stress, Medikamente, wenig Tageslicht oder Alkohol und Nikotin Konsum.


Welche Vitamine und Mineralstoffe bei Sportlern eine unterstützende Wirkung aufweisen:


Mineralstoffe- anorganische Verbindungen, die der Körper nicht selbst herstellen kann.
- Eisen spielt als Teil des Hämoglobins eine wichtige Rolle für den Sauerstofftransport im Körper. Vor allem Ausdauersportler sind häufig von Eisendefiziten betroffen und sollten daher regelmäßig ihre Eisenwerte bestimmen lassen. Von einer allgemeinen Supplementierung ist abzuraten, da eine übermäßige Zufuhr für den Körper gesundheitsschädlich sein kann.
- Natrium ist an der Reizbarkeit und Kontraktion der Muskeln beteiligt. Gerade bei langen Belastungen können starke Natrium Verluste auftreten. Hier kann man gut auf mineralstoffhaltige Sportgetränke zugreifen.
- Kalzium hat als Nährstoff für Muskeln und Nerven eine große Bedeutung. Auch hier kommt es zum Teil durch starkes oder langes Schwitzen zu einer Unterversorgung. Es muss allerdings eine individuelle, passende Dosierung gefunden werden, da eine Überdosierung zu ernsthaften Schädigungen führen kann.
- Magnesium ist an Stoffwechselvorgängen, wie der Muskelkontraktion, der Nervenreizleitung und der Proteinbiosynthese beteiligt. Übermäßiges Schwitzen kann für einen höheren Bedarf verantwortlich sein und sollte auf die Sportart und die allgemeine Ernährung abgestimmt sein.
Vitamine- lebensnotwendige organische Verbindungen, die ebenfalls über die Nahrung aufgenommen werden müssen (Ausnahme: Vitamin D, das auch über die Sonneneinstrahlung in der Haut gebildet wird. Vitamine werden in fettlöslich und wasserlöslich unterteilt.
- Vitamin C ist beteiligt an der Kollagenbildung, dient als Antioxidans und erfüllt Aufgaben bei der Hormonproduktion. Es trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems während und nach intensivem körperlichem Training bei.
- Vitamine des B-Komplexes spielen eine wichtige Rolle bei der Energiegewinnung und sind am Protein- und Glykose Stoffwechsel beteiligt. Vegan lebende Sportler sollten regelmäßig ihren Vitamin B12 Status überprüfen lassen.
Eiweiße- sind aus Aminosäuren aufgebaut, Aminosäuren werden als essenziell oder nicht essenziell eingestuft. Essenzielle Aminosäuren können vom Körper nicht selbst hergestellt werden und müssen daher über die Nahrung aufgenommen werden. Auf der anderen Seite können nicht essenzielle Aminosäuren vom Körper hergestellt werden und müssen daher nicht über die Nahrung aufgenommen werden. Da Proteine für das Zell- und Gewebewachstum wesentlich sind, ist eine ausreichende Proteinzufuhr besonders in erhöhter Nachfrage wichtig. Wer seinen Eiweißbedarf über Pulver & Co. aufstocken will, sollte vorsichtig sein: Ein Zuviel an Proteinen ist schädlich. Der Eiweißüberschuss wird zu Harnstoff abgebaut, der in großen Mengen die Nieren belastet.


Was sollte man bei der Einnahme beachten?
Grundsätzlich gibt es für sämtliche Mikronährstoffe offizielle Richtwerte oder Empfehlungen, an die sich Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln in Deutschland halten sollten. Diese dienen dazu, den Verbraucher vor einer Überdosierung zu schützen. Dabei handelt es sich aber eher um Werte, die zur Prävention geeignet sind, nicht um einen bestehenden Mangel auszugleichen. Vorsicht ist vor allem die Einnahme von mehreren Präparaten zu beachten, denn Nährstoffe oder bestimmte Substanzen in Lebensmitteln können sich gegenseitig beeinflussen. Viele Medikamente können mit Nahrungsergänzungsmitteln interagieren, was zu erheblichen Neben- und Wechselwirkungen führen kann. Das Gespräch mit einem Arzt oder Ernährungsberater und ein regelmäßiges Blutbild sollte also bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, sowie der individuellen Dosierung immer im Vordergrund stehen.

Katharina Pokrant

 


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