Silent Inflammation- stille Entzündungen

 

 Silent Inflammation – das ist der englische Begriff für „stille Entzündung“. Unentdeckte Entzündungsherde können im Körper schwerwiegende Probleme verursachen. Auch dann, wenn man zunächst keine Symptome bemerkt.

Zunehmend zeigt sich, dass stille chronische Infekte keine Lappalien sind, sondern unseren Körper in vielerlei Hinsicht nachhaltig schädigen. Sie lassen uns beispielsweise schneller und vorzeitig altern und begünstigen die Entstehung vieler Erkrankungen. Heimliche Entzündungen sind ernst zu nehmende Feinde, die wie ein Schwelbrand wirken. Sie brodeln unbemerkt und werden viel zu spät diagnostiziert. 

 


Wie erkennt man stille Entzündungen?


Eine Silent Inflammation entsteht meist unbemerkt. Das liegt auch daran, dass sie entweder ohne Symptome oder mit allgemeinen Beschwerden einhergeht, die jedoch nicht eindeutig zugeordnet werden können.
Es handelt sich also nicht um eine akute Entzündung, die plötzlich, etwa wie bei einem grippalen Infekt auftritt, sondern um eine chronische Entzündung. Klassische Entzündungssymptome wie Rötungen, Fieber oder Schmerzen treten nicht auf. Die Krankheitszeichen sind oft schwach ausgeprägt und unspezifisch. Dazu kann gehören: schlechter Schlaf, nächtliches Schwitzen und natürlich immer wieder auftretende Infekte, allgemeines Schwächegefühl und neue Unverträglichkeiten, etwa von Nahrungsmitteln oder Kosmetikprodukten. Chronische Entzündungen beginnen schleichend mit oft schubweisem Verlauf und können auch die Folge einer akuten, nicht ausgeheilten Entzündung sein. Entzündungen der Zähne, häufige Nasennebenhöhlenentzündungen oder abgekapselte Abszesse im Körper. Von dort können sich Bakterien immer wieder über den Blutkreislauf im ganzen Körper ausbreiten und beispielsweise Schaden am Herzmuskel oder den Herzklappen verursachen.
Eine frühe Erkennung ist wichtig, denn oft spürt man die Krankheitszeichen erst, wenn die Entzündung in Gelenken, im Herzmuskel oder im Darm angekommen ist. Vermutet man, dass man eine stille Entzündung in sich trägt, sollte man ein großes Blutbild machen lassen. Ein Schlüsselwert ist eine Erhöhung der weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Ein weiterer Entzündungsmarker ist das sogenannte CRP (C-reaktives Protein). Auch die Blutsenkung kann Hinweise geben.


Was löst stille Entzündungen aus?
Bei der Silent Inflammation werden, wie bei jeder Entzündung, vom Immunsystem entzündungsfördernde Botenstoffe ausgeschüttet. Sie werden auch als Zytokine bezeichnet.
Die Folge: Das Immunsystem läuft auf Hochtouren und zeigt sich durch den Kampf früher oder später geschwächt. Die dauerhafte Beanspruchung der körpereigenen Abwehr führt dazu, dass die klassischen Angreifer wie Viren nicht mehr ausreichend abgewehrt werden können.
Deshalb gehen Wissenschaftler davon aus, dass eine Silent Inflammation die Entstehung vieler Erkrankungen begünstigen kann.
Dazu können u.a. gehören:


• Tumorerkrankungen
• Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose
• Chronische Schmerzzustände
• Metabolisches Syndrom
• Arteriosklerose
• Diabetes Typ 2
• Depressionen
• Schlafstörungen
• Adipositas
• Nicht-alkoholische Fettleber (NAFL)


Stille Entzündungen nehmen in ihrer Häufigkeit zu und sind unter anderem durch unseren modernen Lebensstil bedingt. Viel hängt von unserer Ernährung ab:


• Konsum von reichlich Fleisch, Wurst und problematischer Fettträger
• Mangel an Ballast- und Vitalstoffen
• niedriger Gemüse- und Obstverzehr
• Verzehr von stark verarbeiteten Lebensmitteln
• unausgewogenes Verhältnis von gesättigten, einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren
• Zu viel Zucker und zu viel Weißmehl
• Nikotin und Umweltgifte wie Feinstaub und Elektrosmog
Auch Stress fördert stille Entzündungen. Studien haben eindeutig gezeigt, dass bei Stress und auch bei Depressionen proinflammatorische Zytokine produziert werden. Selbst Übergewicht und vor allem zu viel Bauchfett fördern chronische Entzündungsreaktionen. Fettzellen sind in der Lage, Entzündungsstoffe zu bilden. Somit fluten noch mehr Zytokine den Körper.

Der Darm als Auslöser:


Wusstest du, dass er 70 % deiner Immunzellen beherbergt?
Der Darm sorgt also dafür, krankmachende Erreger auf Abstand zu halten. Leider ist ein solch großes und komplexes System auch immer anfällig für „Fehler“.
So kann das „Leaky-Gut-Syndrom“ die Ursache für eine Silent Inflammation sein. Bei dem Phänomen liegt ein löchriger Darm vor, häufig auch als undichter Darm bezeichnet. Dadurch, dass der Verdauungstrakt nicht mehr dichthält, werden Nährstoffe und andere Substanzen in das Kreislaufsystem abgegeben.
Das Problem: So gelangen Stoffe an Orte, an denen sie nichts zu suchen haben. Dein Körper reagiert auf die Fremd-Antigene, indem er entzündungsfördernde Zytokine freisetzt, die wiederum eine stille Entzündung entstehen lassen können.

Was hilft bei stillen Entzündungen?


Ein Mittel der Wahl im engeren Sinn gibt es nicht, dafür aber eine Reihe von Maßnahmen, die sich günstig auswirken. Eine gesunde Lebensweise kann maßgeblich zur Genesung beitragen. Die Ernährung spielt eine große Rolle, Grundlage sollte eine gesunde und ausgewogene, basenreiche Ernährung bilden. Eine entzündungshemmende Diät bevorzugt Lebensmittel wie Obst und Gemüse, Omega-3-Fettsäuren, Vollkornprodukte, mageres Protein, gesunde Fette und Gewürze. Darüber hinaus hat Sport, und dort vor allem der Ausdauersport, nachgewiesenen Maßen eine antientzündliche Wirkung auf den Organismus. Plane Entspannungszeiten ein: Wenn du Stress entgegenwirkst, tust du deinem Körper und deinem Darm etwas Gutes. Schließlich verhinderst du so, dass dein Organismus dauerhaft Cortisol produziert. Achte auf eine optimale Zahnpflege und Mundhygiene. In Zahnzwischenräumen und auf der Zungenoberfläche sammeln sich Bakterien an, die stille Entzündungen befördern. Von großer Bedeutung ist es, Infekte konsequent auskurieren. Insbesondere körperliche Belastungen sind bei bakteriellen und Virusinfektionen zu vermeiden. Gehe Sie so oft wie möglich an die frische Luft, auch wenn die Arbeit einmal liegenbleibt.


Kurz und Knapp- Tipps:
Zu den Lebensmitteln, die bei der Behandlung von Entzündungen helfen können, gehören:
• Eine gesunde, naturbelassene Ernährung mit vielen frischen, bunten und nährstoffreichen Lebensmitteln
• Ballaststoffe, z.B. Vollkornprodukte wie Haferflocken, brauner Reis, Gerste und Vollkornbrot
• Früchte wie Blaubeeren, Brombeeren, Erdbeeren, Kirschen und Trockenfrüchte
• Gemüse, einschließlich Grünkohl, Spinat und Brokkoli
• Hülsenfrüchte wie Linsen, Erbsen und Bohnen
• Gewürze wie Ingwer und Kurkuma
• Gesunde Fette, wie Nüsse, einschließlich Walnüsse, Samen wie Chiasamen und Leinsamen und Olivenöl

• Verzichte weitestgehend auf Alkohol
• Auf viel gesunden Schlaf achten
• Tägliche Stressreduktion wie eine Meditation
• Regelmäßiger Sport an der frischen Luft, in der Natur

Katharina Pokrant


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