Für Durchstarter

Bewusster den Alltag erleben und Stress reduzieren

Haben Sie schon einmal an einem schönen Nachmittag ihr Lieblingsbuch aufgeschlagen und wollten ein paar Kapitel lesen, doch bevor Sie die erste Seite des Kapitels beenden konnten, verfallen Sie mit ihren Gedanken in Situationen die schon längst passiert sind oder noch passieren werden. Nach einigen Seiten fällt ihnen dies auf und sie müssen das ganze Kapitel noch einmal lesen.


Die in diesem Fallbeispiel beschriebene Situation ist eine von wenigen Situationen, in der ihnen auffällt, dass Sie mehrere Minuten ihres Lebens, durch Gedanken an fiktive oder schon geschehene Momente, verpasst haben. Doch in den meisten Situationen im Alltag wird es Ihnen nicht so einfach auffallen und Sie verpassen den einzigen Moment im Leben, der wirklich existiert.
Der Moment in dem Sie sich jetzt gerade befinden!
Durch diese Gedanken verpassen Sie aber nicht nur den einzigen realen Moment im Leben, sondern produzieren auch eine Menge Stress, was oft zu Gereiztheit führt und auch auf Dauer zu einer Schädigung der Gesundheit führen kann. Jetzt denken Sie wahrscheinlich, aber wenn ich nicht über die Vergangenheit und Zukunft nachdenke, wie kann ich denn überhaupt meine Termine planen oder mich an vergangene Termine erinnern, die ich noch erledigen muss.
Gedanken sind in erster Linie vollkommen normal und zum Teil auch sehr wichtig oder sogar notwendig. Häufig ist das Problem, dass sich negative Gedanken zu oft im Kopf wiederholen und Situationen eventuell negativer darstellen als sie sind. Diese Wiederholungen sollte man durch einfache Techniken versuchen zu vermindern oder im besten Fall zu vermeiden. Dies gilt ebenfalls für positive Gedanken, denn wenn andauernd an den letzten wunderschönen Urlaub gedacht wird, vergleicht man diesen Gedanken wiederum mit seiner jetzigen Situation, was dazu führen kann, dass einem die jetzige Situation nicht so gut gefällt, wie die vergangene Situation und man eine negative Stimmung kreiert oder Stress produziert. Natürlich könnte man durch einen positiven Gedanken, wie zum Beispiel die Vorfreude auf einen kommenden Urlaub, seine Stimmung kurzfristig verbessern. Doch wenn der Urlaub plötzlich durch Regentage oder ein Krankheitsfall nicht stattfindet wie geplant, müsste man dann wieder an einen schönen Moment in der Zukunft denken, welcher dann eventuell wieder nicht stattfindet wie geplant. Stattdessen könnte man seine Situation, egal ob im Urlaub, auf der Arbeit, im Stau, in der Warteschlange an der Kasse oder beim Sport hinnehmen und sich daran erfreuen.

Mit diesen Techniken können Sie ihren Alltag bewusster erleben und somit Ihren Stress reduzieren:
Eine beliebte Technik um den Gedankenfluss zu vermindern und somit Stress zu reduzieren, ist Sport zu treiben. Viele Menschen beschreiben Sport als einen Ausgleich, oder als eine Möglichkeit einen ``klaren Kopf´´ zu bekommen. Gerade bei Extremsportarten oder Sportarten, bei denen die volle Aufmerksamkeit benötigt wird, reduziert sich der Gedankenfluss oftmals durch das bewusste Erleben der jetzigen Situation drastisch. In diesem Fall kann die sportliche Aktivität auch als eine Methode um zu entspannen angesehen werden.
Eine weitere sehr beliebte Technik ist, durch einen Park oder durch einen Wald spazieren zu gehen und sich dabei die Umgebung bewusst anzuschauen. Das bedeutet, die verschiedenen Arten von Pflanzen zu entdecken oder die Tiere im Park zu beobachten. Hierbei muss man dennoch sehr stark darauf achten, dass man nicht in einen Gedankenfluss verfällt, denn wenn man nicht versucht sich auf die Umgebung zu konzentrieren, kann dies schnell passieren.
Meditation ist eine Technik, welche das Ziel verfolgt, den Gedankenfluss (den Geist) mit gezielten Konzentrationsübungen zu beruhigen und damit für ein bewussteres Leben im Alltag sorgt. Wie schon im oberen Text angedeutet gibt es viele verschiedene Arten von Entspannung. Eine beliebte Übung, bei der man Entspannen kann, ist Yoga. Hierbei sind viele verschiedene Ausführungen möglich, was dazu führt, dass sich viele verschiedene Menschen für Yoga begeistern können. Eine weitere Art von Entspannung ist die Konzentrationsmeditation, hierbei wird sich auf einzelne Objekte, wie zum Beispiel eine brennende Kerze oder eine Blume konzentriert.

Eine weitere Möglichkeit um Stress zu Reduzieren ist Ruhe. Versuchen Sie Störreize, wie zum Beispiel Verkehrslärm oder Lautstarke Musik zu reduzieren, oder sich mit Hilfsmitteln, wie zum Beispiel Ohrstöpsel abzukapseln. Doch man muss sich keinen neuen Arbeitsplatz suchen, anfangen mit einem Fahrrad die steilsten Abfahrten herunter zu düsen oder einen Yoga Kurs zu besuchen, um den Alltag bewusster erleben. Denn mit ein paar einfachen Übungen im Alltag lässt sich das Bewusstsein schon deutlich verbessern.

Übung 1
Versuchen Sie in Situationen, die Ihnen überhaupt nicht gefallen, wie zum Beispiel den Geschirrspüler auszuräumen oder auf dem Weg zur Arbeit im Stau zu stehen, ganz bewusst wahr zu nehmen. Das bedeutet, während Sie sich in dieser Situation befinden, sollten sie sich nicht beschweren, sondern die Situation stattdessen versuchen zu verändern, oder falls Ihnen dies nicht gelingt, die Situation vollkommen anzunehmen. Denn auch wenn Sie durch einen Stau eventuell zu spät zur Arbeit kommen, können sie ja doch nichts daran ändern, ob Sie sich jetzt darüber beschweren oder nicht.

Übung 2
Versuchen Sie in stressigen Situationen ihren eigenen Körper zu spüren. Am besten nehmen Sie sich dafür 5 min Zeit und machen die Augen zu. Nun konzentrieren Sie sich bewusst auf ihre Atmung und versuchen sie die einzelnen Teile ihres Körpers wahr zu nehmen. Wahrscheinlich wird Ihnen dies am Anfang nicht sofort gelingen oder ihnen sehr schwer vorkommen. Doch wenn Sie diese Übungen öfter praktizieren, wird es ihnen mit jeder Wiederholung einfacher vorkommen. Die Übung wird dann sogar, ohne die Augen zu schließen möglich sein.

Übung 3
Achten Sie bei Gesprächen mit ihren Freunden oder mit ihren Arbeitskollegen darauf vollkommen bewusst zu sein, hören Sie sich genau an was sie zu sagen haben, dass bedeutet Sie versuchen voll und ganz an dem Gespräch beteiligt zu sein und den Gedanken in ihrem Kopf keine Aufmerksamkeit zu schenken. Versuchen Sie die ausgesprochenen Themen nicht zu bewerten, sondern nur anzunehmen.

Ich hoffe, dass sich durch diesen Text ihr Alltag ein wenig bewusster gestalten lässt. Und vielleicht probieren Sie ja sogar eine Übung aus, spätestens wenn Sie das Kapitel ihres Lieblingsbuches schon wieder lesen müssen.

Gian Luca Dürholt& Katharina Pokrant

 

 


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