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Johannes Floors hat WM Gold gewonnen und einen neuen Rekord aufgestellt. Foto: Axel Kohring
Johannes Floors hat WM Gold gewonnen und einen neuen Rekord aufgestellt. Foto: Axel Kohring

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WM-Gold und Weltrekord für Johannes Floors

Was für ein Meilenstein: Johannes Floors hat bei der Para-WM in Dubai Gold gewonnen und den Weltrekord auf 10,54 Sekunden gestellt.


Mit drei WM – Titeln, zwei sechsten Plätzen sowie einem Weltrekord und einem Deutsche Rekord starteten Bayers Para – Leichtathleten optimal in die WM in Dubai.

Zum Auftakt der WM belegte Johannes Bessell belegte mit einem neuen Deutschen Rekord von 4:11,00 min Platz 12. Bein seinem WM-Debütschien die internationale Konkurrenz aufgrund der Vorleistungen zu stark, doch Bessell hielt sich lange im hinteren Mittelfeld und wurde in einer neuen Bestzeit Minuten Zwölfter in der Klasse T46. „Die Bestzeit war das Ziel, ich bin echt glücklich, auch wenn ich das noch nicht so richtig einordnen kann“, sagte ein sichtlich erschöpfter Bessell: „Heute wäre nicht mehr gegangen. Ich habe immer noch den Blutgeschmack vom Laktat im Mund.“

BESNSUSAN gewinnt Gold über 200m
An Tag drei der Para Leichtathletik-WM in Dubai gewann Irmgard Bensusan mit Gold die erste deutsche Medaille – und denkt anfangs, sie wäre Zweite geworden. Irmgard Bensusan hat mit ihrem Sieg über 200 Meter die erste Medaille für das deutsche Team bei der Para Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) geholt.

Die 28jährige hatte 200 Meter lang gekämpft und beim Überqueren der Ziellinie laut geflucht. Die geborene Südafrikanerin dachte, sie wäre Zweite geworden – wie so oft zuvor. Sie nahm die deutsche Fahne und posierte für die Fotografen, immer noch in dem Glauben, Silber gewonnen zu haben. Doch beim ersten Interview wurde sie gefragt, wie sich der Sieg anfühlt: „Ich habe gewonnen?“ Dann kannte die Freude kaum noch Grenzen und das „tollpatschige Mädchen“, wie sie sich selbst auf Instagram bezeichnet, lachte über das Missverständnis: „Ich bin es wohl zu sehr gewohnt, Silber zu gewinnen.“
Zuletzt bei den Heim-Europameisterschaften in Berlin, als sie der niederländischen Konkurrentin Marlene van Gansewinkel über 100 Meter und 200 Meter unterlegen war. Doch in Dubai war Bensusan von Beginn an vorne und bekam Druck von einer anderen Niederländerin: Kimberly Alkemade, die auf den letzten Metern angeflogen kam und schließlich nur fünf Hundertstel hinter der Athletin vom TSV Bayer 04 Leverkusen ins Ziel gestürmt war. Bronze ging an die US-Amerikanerin Femita Ayanbeku, nachdem van Gansewinkel als Drittplatzierte disqualifiziert worden war. „Ich wollte es heute am meisten“, sagte Bensusan, die in London 2017 Weltmeisterin über 400 Meter geworden war, doch anschließend nahm das Internationale Paralympische Komitee (IPC) die Strecke aus dem Programm. Mit 26,93 Sekunden schnappte sie sich mit dem Sieg zudem den Championship Record in der Klasse T44. AM Dienstag möchte sie noch Gold über 100 Meter holen.

Im gleichen Rennen hatte WM-Debütantin Maria Tietze, Bensusans Teamkollegin in Leverkusen, in 28,86 Sekunden auf der Innenbahn Rang sechs belegt. „Mit der Platzierung bin ich zufrieden, nicht aber mit der Zeit“, schlussfolgerte die ehemalige Fußballerin.

Die 17-jährige Nele Moos landete bei ihrem ersten internationalen Start ebenfalls auf dem sechsten Platz im Weitsprung der Klasse T38. Die Silbermedaillengewinnerin der Junioren-WM von Nottwil 2019 zeigte sich beeindruckt von der Kulisse: „Gerade wenn noch Läufe waren, war das schon etwas ganz anderes.“ Bei viel Gegenwind traf sie das Brett nie richtig und blieb mit 4,49 Metern etwas unter ihrer Bestweite, zeigte aber, dass sie auch in Zukunft eine gute Rolle spielen kann.

100-Meter-Weltrekord für Johannes Floors
Im Vorlauf sprintete Johannes Floors in der Klasse T64 10,54 Sekunden und knackte damit seinen eigenen Weltrekord von 10,66 Sekunden, den er in diesem Jahr in Leverkusen aufgestellt hatte. Zudem war er auch schneller als die einseitig Unterschenkelamputierten je zuvor, deren Bestmarke bei 10,61 Sekunden stand. „Das ist eine Marke, die ich wollte“, sagte Floors, ergänzte aber gleich: „Das ist noch Luft nach oben.“ Mit 10,99 Sekunden hatte Felix Streng, sein Teamkollege vom TSV Bayer 04 Leverkusen, den zweiten Vorlauf über 100 Meter locker gewonnen. „Das wird ein heißes Duell im Finale, da freue ich mich schon drauf“, sagte Floors.

Das Duell der Leverkusener elektrisierte alle: Johannes Floors kürt sich zum 100-Meter-Weltmeister in Dubai, Felix Streng wird Dritter

Nach einem aus deutscher Sicht durchwachsenen Tag bei der Para Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) war der Knall am Abend umso lauter: TSV Sprinter Johannes Floors sprintete zur Goldmedaille über 100 Meter, Felix Streng holte zeitgleich mit Platz zwei Bronze.

„Ein geiler Titel. Wer wäre nicht gerne mal König“, sagte Johannes Floors im Ziel, nachdem er am Tag zuvor im Vorlauf in 10,54 Sekunden Weltrekord gesprintet war: „Es war nicht leicht, nach dem verrückten Rennen gestern die Spannung zu halten.“ Mit 10,60 Sekunden lief er noch mal schneller als der bisherige Weltrekord und kürte sich damit zum Weltmeister über 100 Meter der Klasse T64. Dahinter folgte überraschend der Südafrikaner Mpumelelo Mhlongo zeitgleich mit Felix Streng, der Bronze gewann: „Ich hatte eine schwere Saison mit insgesamt drei Monaten Ausfall. Von daher bin ich glücklich, dass ich hier bin, im Finale stand und eine Medaille gewonnen habe:“

Léon Schäfer gewinnt Gold, zusätzlich gibt es zwei Slots für die Tokio-Quali
Weltrekordhalter Léon Schäfer wurde im Weitsprung erstmals Weltmeister und feierte die zweite deutsche Goldmedaille. Es war ein beeindruckender erster Sprung, den Léon Schäfer zeigte: 6,90 Meter im ersten Versuch sollten später die Siegesweite und WM-Rekord bedeuten. „Mit den sieben Metern hat es leider nicht geklappt, aber ich weiß, ich kann die springen und dafür haue ich die nächstes Jahr raus“, sagte der Weltrekordhalter vom TSV Bayer 04 Leverkusen mit Blick auf die Paralympics in Tokio: „Ich bin auf jeden Fall happy, es war ein sehr geiler Wettkampf.“ Mit 6,85 Metern im zweiten, 6,87 Metern im fünften und 6,89 Metern im letzten Versuch sprang er insgesamt vier Mal weiter als der zweitplatzierte Weltmeister 2017, der Däne Daniel Wagner, der auf 6,84 Meter kam. „Wagner hat auf jeden Fall gut Druck gemacht, aber ich wusste: Heute ist mein Tag und ich hole mir das Ding“, sagte der 22-Jährige, der nach Staffel-Gold 2017 in London seine erste Einzel-Medaille bei einer WM gewinnen konnte. Am Dienstag wartet nun noch der Vorlauf über 100 Meter auf ihn, am Freitag dann das Finale, bei dem er auch um die Medaillen mitsprinten möchte.

 


Jörg Frischmann: „Wir haben jetzt Halbzeit und sind absolut im Soll. Bis zum Ende der WM haben wir noch einige heiße Eisen im Feuer.“

Bereits heute Abend steht für Weltmeisterin Irmgard Bensusan das 100m Finale auf dem Programm.

Text: DBS /Nico Feißt

 

 

 

 

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