Für Wissbegierige
Traf den entscheidenden Wurf zum Sieg: Branden Maughmer / Foto: Frank Fankhauser (@effefffoto)
Traf den entscheidenden Wurf zum Sieg: Branden Maughmer / Foto: Frank Fankhauser (@effefffoto)

| Basketball

Wie im Rausch: BAYER bezwingt Koblenz


79:79 – die Ostermann-Arena steht!
564 Zuschauer feuern die GIANTS frenetisch an. Die Leverkusener haben dem ProA-Ligisten aus Koblenz bis zum Schluss alles abverlangt. Nun bietet sich den Hausherren mit dem letzten Wurf die Möglichkeit, die Partie für sich zu entscheiden. Branden Maughmer dribbelt den Ball nach vorne, während die Uhr gnadenlos heruntertickt: 3, 2, 1 … Mit der Schlusssirene wirft der US-Amerikaner den „Wilson“ von weit hinter der Dreierlinie auf den Korb der EPG Baskets.
Was danach folgt, ist lautstarke Ekstase von den Rängen: Der frischgebackene Vater trifft und verhilft den „Riesen vom Rhein“ zu einem überraschenden 82:79-Sieg über die Rheinland-Pfälzer.

Dabei hatten wohl nur die wenigsten Zuschauer mit einem Erfolg ihrer „Giganten“ gerechnet. Denn sowohl zu Beginn der Partie (17:4, 6. Spielminute) als auch drei Minuten vor dem Ende (66:76) lagen die Farbenstädter deutlich zurück. Doch die Moral stimmte, und BAYER fand immer wieder mit gut durchdachten Aktionen den Weg durch die Koblenzer Verteidigung. Dass die Rheinländer die Partie am Ende sogar noch für sich entscheiden konnten, war angesichts des Spielverlaufs eine faustdicke Überraschung.

„Ich wäre mit dem Auftritt meiner Jungs auch zufrieden gewesen, wenn wir verloren hätten, denn das Ergebnis spielt für mich in einem Testspiel nach wie vor keine Rolle“, erklärt GIANTS-Headcoach Michael „Mike“ Koch gelassen. „Nach der deutlichen Niederlage gegen Iserlohn hat jeder Einzelne genau die Reaktion gezeigt, die ich erwartet hatte. Von daher ein großes Kompliment an meine Mannschaft.“
Neuzugang Fabian Reichstadt pflichtet seinem Cheftrainer bei: „Es war ein furioses Spiel, in dem wir uns nie aufgegeben haben. Das spricht für unsere Teammoral, welche klasse ist. Dass es am Ende in diesem Herzschlagfinale zu einem Erfolg gereicht hat, krönt die ganze Geschichte natürlich.“

Matchwinner Maughmer war mit 17 Zählern Topscorer des ProB-Champions von 2025. Finn Fleute (13), Luca Michels (11) und David Gerhard (11) folgten in der Punktewertung. Mit neun eingesammelten Rebounds war Jug Bogdan der erfolgreichste Mann am Brett. Das TSV-Eigengewächs zeigte vor allem in der Defensive eine starke Leistung. Auf Koblenzer Seite überzeugte Jayden Williams mit 19 Punkten.

Coming up next: Turnier in Luxemburg

Nach dem spektakulären Erfolg gegen Koblenz wartet am Wochenende bereits die nächste Herausforderung auf die BAYER GIANTS. Im Rahmen der Preseason geht es für die „Giganten“ nach Luxemburg, wo der BBC Residence Walferdange (1. Liga Luxemburg) zu einem internationalen Vorbereitungsturnier lädt. Neben dem Gastgeber treffen die Leverkusener auf die Ahorn Camp Baskets Speyer aus der ProB-Süd und Amicale Steinsel (1. Liga LUX).

Den Auftakt bestreiten die GIANTS am Samstag, den 12. September 2026, um 19 Uhr gegen Gastgeber Walferdange. Für Headcoach Michael „Mike“ Koch bietet das Turnier dabei weit mehr als nur die Möglichkeit, weitere Spielpraxis zu sammeln. Vor allem das gemeinsame Erlebnis und das gegenseitige Kennenlernen stehen für den Trainer im Mittelpunkt: „Dies ist eine gute Möglichkeit für uns, uns noch besser kennenzulernen. Neben dem Spielerischen ist dies auch eine Maßnahme des Teambuildings. Wir freuen uns sehr auf die Reise“, erklärt Koch.

Sportlich dürfte die erste Aufgabe durchaus interessant werden. Walferdange geht in der Saison 2026/27 unter anderem mit den drei US-Amerikanern Desean Hampton, Ahamd Rand und Demarkus Stuckey an den Start. Hampton war in der vergangenen Saison für Black Star in der zweiten luxemburgischen Liga aktiv und erzielte dort durchschnittlich 18,6 Punkte pro Partie. Rand kommt vom tschechischen Erstligisten BK Děčín (5,8 PpS), während Stuckey zuletzt für den serbischen Erstligisten Vojvodina auflief und dort 9,6 Punkte pro Spiel beisteuerte.

Gerade die internationalen Gegner machen den Reiz des Turniers für Koch aus. Schließlich lassen sich Teams aus dem Ausland im Vorfeld nur schwer einschätzen. „Man kann solche Gegner nur sehr schwer scouten. Von daher geht es für uns darum, dass wir uns voll und ganz auf unsere eigenen Stärken besinnen.“

Für die GIANTS bietet das Wochenende somit die nächste Gelegenheit, weiter zusammenzuwachsen, verschiedene Spielsysteme zu testen und sich auf die kommende Saison einzustimmen. Und wer weiß: Vielleicht gibt es nach dem dramatischen Erfolg gegen Koblenz in Luxemburg gleich den nächsten Grund zum Feiern...

Christopher Kwiotek (CK)

 

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