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Werkselfen verhexen THC in der „Salza-Hölle“

Der Handball in den Zeiten von Corona bietet derzeit pausenlos neue Geschichten. Eine spezielle haben am Freitagabend die Werkselfen aus Leverkusen hinzugefügt.


Da sich Cheftrainer Michael Biegler aufgrund eines positiven Coronafalles im familiären Umfeld - und obwohl negativ getestet - in Quarantäne begab, kam Torwarttrainer Andreas Thiel zu einem unverhofften Debüt als Chefcoach der Bayer-Frauen.

Thiel, im Bayer-Trainertrio für die Torhüterinnen zuständig, rutschte auch deshalb in die erste Reihe, weil Renate Wolf aus privaten Gründen für dieses Wochenende nicht verfügbar war, für den zweiten Platz auf der Trainerbank somit nicht vorgesehen und deshalb am Dienstag gar nicht erst getestet wurde.

Unterstützt von Teammanagerin Jutta Ehrmann und Ex-Nationalspielerin Jenny Karolius als Co-Trainerinnen sah der „Hexer“ einen starken Auftakt seiner Elfen. Gelenkt von Zivile Jurgutyte im Spielaufbau sowie mit einer starken Mia Zschocke als Torjägerin spielten die Leverkusenerinnen ihre Angriffe clever aus und lagen nach 15 Minuten beim 10:7 erstmals mit drei Toren in Front.

Doch die Gastgeberinnen hielten dagegen und bekamen gegen Ende der ersten Hälfte immer mehr Oberwasser. Den Thüringerinnen gelang es sogar bis zum Halbzeitpfiff das Spiel zu ihren Gunsten zu drehen und ihrerseits eine Drei-Tore-Führung herauszuwerfen.

Diese Drei-Tore-Führung hatte auch nach 40 Minuten beim 20:17 weiter bestand, als Thiel eine Auszeit nahm. Sehr zur Freude des ehemaligen Weltklasse-Torhüters sollte sich die Hereinnahme von Kristina Graovac, die Serbin ersetzte Vanessa Fehr nach 21 Minuten, nun in der zweiten Halbzeit immer mehr auszahlen.

Die 29-Jährige im Bayer-Kasten, die unter der Woche im Training umgeknickt war, steigerte sich trotz geschwollenen Knöchels von


Minute zu Minute und half mit einer Quote von 44 Prozent gehaltener Bälle entscheidend mit, dass sich die Werkselfen wieder an den THC herankämpfen konnten. Zehn Minuten vor dem Ende gelang Mia Zschocke, nicht nur wegen ihrer neun Treffer die überragende Spielerin der Partie, mit dem Treffer zum 23:23 der Ausgleich.

Auch ein erneuter Zwei-Tore Rückstand (25:23, 52.) konnte die Leverkusenerinnen nicht mehr aus der Bahn werfen. Graovac hielt weiter stark und traf ebenso ins verwaiste Tor wie Geburtstagskind Svenja Huber. Plötzlich kippte die Partie zugunsten der Gäste, die zwei Minuten vor dem Abpfiff durch den Treffer von Annefleur Bruggeman zum 30:27 endgültig auf die Siegerstraße einbogen.

„Wir nehmen hier heute etwas Zählbares mit - und zwar in Form von zwei Punkten“, beschwor Thiel in der von THC-Trainer Helfried Müller genommen Auszeit seine Elfen. Die hatten sich längst in einen Rausch gespielt und entführten am Ende mit einem 33:28-Auswärtssieg mit kühlem Kopf und einer geschlossenen Mannschaftsleistung beide Punkte aus der frisch renovierten „Salza-Hölle“.

„Das ist der Hammer!“, so Eurosport-Kommentator Uwe Semrau, der einmal mehr Zeuge eines überraschenden Sieges der Leverkusenerinnen, die seit Ende Dezember sämtliche drei vom Münchner Sender übertragenen Spiele mit Bayer-Beteiligung gewinnen konnten, war.

Mit dem drei Sieg hintereinander, zwei davon in der Fremde, halten die Werkselfen mit nunmehr 8:4-Punkten Anschluss an die oberen Plätze. Am kommenden Samstag soll die Serie daheim gegen die HSG Blomberg-Lippe möglichst weitergehen.


Die Spielstatistik:
Thüringer HC – TSV Bayer 04 Leverkusen 28:33 (17:14)
THC: Kuske, Davidsen, Blazek; Lopes (1), Ekenman (1) Scheffknecht (3), Iskit (1), Schmelzer, Rühl, Kundig (7), Jakubisova (4), Neidhard, Jerabkova (7/3), J. Huber (4); Trainer: Helfried Müller.
Leverkusen: Fehr (1.-21. und bei einem 7m), Graovac (1/ab 21.); Jurgutyte (7), Hinkelmann (n.e.), Sprengers (9/6), Zschocke (9), Holste (n.e.), Souza, Kämpf (n.e.), Bruggeman (1), Keita (1), Einarsdottir (2), S. Huber (3/1); Trainer: Andreas Thiel.

SR: Heine/Standke (Wendeburg/Göttingen) – Z: 500. – Zeitstrafen: 10:2 Minuten (J. Huber/zweimal, Schmelzer, Jakubisova, Neidhard– Zschocke). – Siebenmeter: 2/2:7/6 (S. Huber am Tor vorbei/12.) – Spielfilm: 0:2 (1.), 1:2 (2.), 2:4 (4.), 4:6 (8.), 5:7 (9.), 6:8 (10.), 7:10 (15.), 10:10 (19.), 11:12 (20.), 13:12 (22.), 13:13 (23.), 16:13 (29.), 16:14 (30.), 17:14 – 17:16 (37.), 20:17 (40.), 23:20 (47.), 23:23 (50.),


25:23 (52.), 25:26 (58.), 26:26 (54.), 26:28 (56.), 27:28 (56.), 27:31 (59.), 28:31 (60.), 28:33 (EN).

Knut Kleinsorge

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