Sophie Weißenberg wird EM-Fünfte mit Bestleistung
Die Siebenkämpferin feierte ein gelungenes Comeback auf der internationalen Bühne.
Sophie Weißenberg hat bei den Europameisterschaften in Birmingham den bisher besten Siebenkampf ihrer Karriere absolviert. Die Mehrkämpferin des TSV Bayer 04 Leverkusen sammelte 6.496 Punkte und belegte damit in einem hochklassig besetzten Wettbewerb den fünften Platz. Gleichzeitig stellte die 28-Jährige damit eine neue persönliche Bestleistung auf.
Bereits zum Auftakt des ersten Tages setzte Sophie ein Ausrufezeichen. Über die 100 Meter Hürden steigerte sie ihre Bestzeit deutlich auf 13,19sek. Damit verbesserte sie ihre bisherige Bestmarke um 21 Hundertstelsekunden und legte den Grundstein für einen starken ersten Wettkampftag.
Im anschließenden Hochsprung übersprang Weißenberg erstmals seit ihrer schweren Achillessehnenverletzung wieder 1,80m.. Auch im Kugelstoßen überzeugte die Leverkusenerin und steigerte sich im dritten Versuch auf 14,04m. Zum Abschluss des ersten Tages sprintete sie die 200 Meter in 23,39sek und erzielte damit die zweitbeste Zeit ihrer Karriere. Nach vier Disziplinen lag Sophie mit 3.911 Punkten auf einem starken vierten Platz.
Am zweiten Wettkampftag knüpfte die gebürtige Neubrandenburgerin nahtlos an ihre Leistungen an. Im Weitsprung gelang ihr mit 6,56m ein weiterer persönlicher Rekord. Aufgrund des zu starken Rückenwinds von 2,4 Metern pro Sekunde konnte die Weite zwar nicht als offizielle Bestleistung anerkannt werden, bedeutete im Mehrkampf dennoch wichtige Punkte.
Im Speerwurf folgten 44,34m. Damit ging Sophie mit 5.689 Punkten als Fünfte in die abschließenden 800 Meter und hatte weiterhin Kontakt zu den Medaillenrängen.
Nach zwei intensiven Wettkampftagen ging es im abschließenden 800-Meter-Lauf vor allem darum, die starke Gesamtleistung ins Ziel zu bringen. Sophie lief 2:21,22 Min und verteidigte damit ihren fünften Platz. Mit insgesamt 6.496 Punkten verbesserte sie ihre bisherige Siebenkampf-Bestleistung und setzte zugleich einen beeindruckenden Schlusspunkt hinter ihren ersten vollständigen Siebenkampf auf der internationalen Bühne seit zwei Jahren Jahren.
Entsprechend zufrieden zeigte sie sich im DLV-Interview: „Ich würde definitiv sagen, dass es der bisherige Wettkampf meines Lebens war. Es war ja auch persönliche Bestleistung. Ich glaube trotzdem, dass es noch nicht alles ist, was ich zeigen kann. Aber jetzt bin ich einfach nur zufrieden. In einem Comeback-Jahr zweimal PB zu machen, wer traut sich schon, so weit zu denken? Die Müdigkeit hat sich über 800 Meter extrem bemerkbar gemacht. Ich bin zwar ganz gut über die Pause gekommen, aber ich habe schon gespürt, wie müde ich bin. Mein Körper hat gezittert, hat einfach nur nach Schlaf geschrien. Mir war übel. Ich war froh, dass ich es ins Ziel geschafft habe. Natürlich wäre ich gern schneller gelaufen, aber es ist, wie es ist. Ich habe alles gegeben und kann mir nichts vorwerfen. Ich konnte die Ehrenrunde so sehr genießen, es ist so schön, mit den ganzen Mädels hier noch mal auf der Bahn zu stehen. Ich habe mir die letzten Jahre so gewünscht, wieder dabei und Teil der Mehrkampf-Familie zu sein. Alle haben mir gratuliert und waren stolz auf mich, ich habe so viele liebe Nachrichten bekommen."
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