Für Wissbegierige
Eine bittere Pleite für Marko Bacak, Ferenc Gille & Co. gab es gegen Hagen / Foto: Michael Fleschenberg
Eine bittere Pleite für Marko Bacak, Ferenc Gille & Co. gab es gegen Hagen / Foto: Michael Fleschenberg

| Basketball

Schwache Defensive kostet den Sieg

Die BAYER GIANTS Leverkusen haben in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA 2021/22 ihr zweites Heimspiel in Serie verloren. Der deutsche Basketball-Rekordmeister unterlag in der Ostermann-Arena gegen Phoenix Hagen mit 92:99 (49:62).


Vom Start weg sahen die 636 Zuschauer in der Rundsporthalle ein Offensiv unterhaltsames Spiel, an dem beide Mannschaften ihren Anteil hatten. Die GIANTS und auch Hagen trafen gefühlt aus jeglicher Entfernung. Die Wurfquote war auf beiden Seiten hoch, die Begegnung war dementsprechend ausgeglichen. Nach sieben Minuten stand es 20:20 und es hatte nicht den Anschein, dass eines der Teams abreißen lassen würde. Vor allem aber waren die Gäste hochmotiviert. Man konnte schnell Eindruck gewinnen, dass die Hagener unbedingt gewinnen und ihre Ligabilanz aufbessern wollten. Leverkusen spielte zwar nicht schlecht und markierte in zehn Minuten stolze 28 Punkte, allerdings reichte dies nicht, um nach dem ersten Viertel in Führung zu gehen. Diese hatten die Westfalen inne, die 32 Zähler markierten.

Doch auch im zweiten Spielabschnitt drückte Hagen weiter mächtig auf das Gaspedal, während der Leverkusener Angriffsmotor ins Stocken geriet. Phoenix gelang es, nach einem erfolgreichen Dreier durch Philipp Daubner, sich von den GIANTS abzusetzen (38:47 – 15. Spielminute). Nun liefen die BAYER-Korbjäger einem Rückstand hinterher, welchen die Auswärtsmannschaft gekonnt zu verteidigen wusste. Der Gastgeber machte in dieser Phase zu viele Fehler, die den Gästen in die Karten spielten. So stimmte auf Seiten der „Riesen vom Rhein“ in der Verteidigung oftmals die Zuordnung nicht oder vermeidbare Ballverluste verhinderten einen erfolgreichen Angriff in der Offensive. Die 62:49-Führung aus Sicht der Hagener ging daher in Ordnung.

Nach der Pause wurde es aus Sicht der „Giganten“ nicht besser, im Gegenteil: Nach einem erfolgreichen Dreier durch Marcel Keßen in der 21. Spielminute betrug der Rückstand ganze 16 Punkte (51:67). Doch wie so oft bewiesen die GIANTS ihre ausgezeichnete Moral auf dem Parkett und machten sukzessiv an Punkten gut. Nach drei getroffenen Dreiern in Serie (J.J. Mann, Quentin Goodin und Spencer Reaves) leuchtete der Zwischenstand von 64:69 in der Ostermann-Arena auf. Die Leverkusener Fans standen geschlossen hinter ihrem Team und die Begegnung schien zu kippen. Doch die Hagener Mannschaft hatte an diesem Abend auf alles eine Antwort. So gelang es Coach Chris Harris, seine Jungs in der Auszeit wachzurütteln und wieder davonzuziehen (64:74 – 26. Spielminute). Diesen Vorsprung konnte Phoenix bis zum Ende des dritten Abschnitts verteidigen. Beim Spielstand von 72:81 ging es in die Schlussperiode.

Dieser letzte Abschnitt hatte es einmal mehr in sich. Wie so oft bewiesen die GIANTS ihre unglaublichen Nehmerqualitäten und fanden zurück ins Spiel. Mit einem 8:2-„Run“ kamen die Schützlinge von Trainer Hansi Gnad an Hagen heran (84:88 – 35. Spielminute). Die BAYER-Fans hatten zurecht die Hoffnung, dass es wieder ein Happy End auf Leverkusener Seite geben würde. Doch diese zerschlugen sich nach diesem tollen Lauf recht schnell. Die Aufholjagd hatte den Farbenstädter einiges an Körnern gekostet und Diskussionen mit den Unparteiischen sorgten immer wieder dafür, dass der eigene Spielfluss behindert wurde. In den letzten Zügen der Partie setzte Hagen, einmal mehr durch einen Distanzwurf durch Flügelspieler Daubner (40. Spielminute), den Deckel drauf und sorgte für die Entscheidung. Schlussendlich unterlag der 14-malige Deutsche Meister den Gästen aus der Universitätsstadt mit 92:99.

Topscorer der GIANTS war J.J. Mann, der in drei seiner letzten vier Begegnungen, mindestens 20 Punkte markieren konnte. An diesem Abend kam der US-Amerikaner auf 22 Zähler. Des Weiteren punkteten Quentin Goodin (14), Luis Figge (14), Spencer Reaves (13) und Dennis Heinzmann (11) ebenfalls zweistellig. Letztgenannter schrammte mit neun Rebounds knapp an einem weiteren „Double-Double“ vorbei.

Trainer Hansi Gnad war nach den 40 absolvierten Minuten enttäuscht. Der 58-Jährige sah den Hauptgrund für die Niederlage in der ersten Halbzeit: „Wir haben die erste Hälfte komplett verschlafen und in eigener Halle 62 Punkte zugelassen. Ich muss keinem erklären, dass das viel zu viele Zähler sind, die wir kassiert haben. Wir müssen uns nicht darüber wundern, dass am Ende Hagen die Nase vorne hatte.“ Alles in allem fasst Gnad zusammen: „Auch wenn die zweite Halbzeit sehr viel besser war, hat Hagen vollkommen verdient gewonnen. Sie haben unsere Fehler clever ausgenutzt und uns in wichtigen Phasen, in denen wir immer mal wieder Nadelstiche setzen konnten, verdammt wehgetan. Die Jungs haben es nicht geschafft, die Partie zu drehen. Jetzt müssen wir uns voll und ganz auf die letzten drei Partien des Jahres gegen Kirchheim, Trier und Paderborn konzentrieren. Das sind für uns ganz wichtige Spiele gegen direkte Konkurrenten um die Playoffplätze. Es gilt sich zu stabilisieren und in den kommenden Trainingseinheiten fokussiert aufzutreten. Das letzte was wir wollen ist, in den Kampf gegen den Abstieg zu geraten!“

Christopher Kwiotek

Scoring BAYER GIANTS Leverkusen: J.J. Mann (22 Punkte), Quentin Goodin (14), Luis Figge (14), Spencer Reaves (13), Dennis Heinzmann (11), Luca Kahl (7), Marko Bacak (6), Robert Merz (2), Ferenc Gille (2), Melvin Jostmann (1), Nino Vrencken und Sören Queck.

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