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Die "Giganten" um Ferenc Gille (mit Ball) hab ihr erstes Heimspiel in 2022 verloren / Foto: M. Fleschenberg
Die "Giganten" um Ferenc Gille (mit Ball) hab ihr erstes Heimspiel in 2022 verloren / Foto: M. Fleschenberg

| Basketball

Kein erfolgreicher Start ins Jahr 2022

Zum Auftakt in das neue Jahr 2022 haben die BAYER GIANTS Leverkusen in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA vor eigener Kulisse verloren. Der Rekordmeister unterlag am 16. Spieltag 2021/22 den Eisbären aus Bremerhaven mit 103:112.


441 Zuschauer fanden an einem verregneten Sonntagnachmittag den Weg in die Ostermann-Arena an der Bismarckstraße. Dabei bekamen die Fans beider Mannschaften in den ersten Minuten gut aufgelegte Gäste zu sehen, welche die GIANTS mächtig unter Druck setzten. Der umtriebige Kevin Yebo und seine Teamkollegen erarbeiteten sich die erste deutliche Führung in der Rundsporthalle (7:15 – 6. Spielminute). BAYER benötigte einige Zeit um sich im neuen Jahr zurechtzufinden und dies gelang in der Folge mit einigen schönen Spielszenen. Nach einem 13:2-„Run“, welchen Ferenc Gille per Korbleger vollendete, führten die Hausherren erstmalig in der noch jungen Begegnung (20:17 – 8. Spielminute). Mit einem knappen Vorsprung von vier Zählern (24:20) endete der erste Abschnitt.

Nach der Viertelpause gaben die Leverkusener Korbjäger den Ton auf dem Parkett an. Mit hohem Tempo und gut herausgespielten Wurfchancen gelang es den Gastgebern sich von den Eisbären abzusetzen. Vier von fünf erfolgreichen Würfen trafen die „Riesen vom Rhein“ von außerhalb der Dreipunktelinie. Die Führung betrug zu diesem Zeitpunkt 13 Zähler (35:22 – 13. Spielminute). Doch dieser „Angriffsrausch“ sollte nicht der Höhepunkt gewesen sein. Die Farbenstädter machten weiterhin kräftig Druck und Quentin Goodin ließ den Vorsprung, nach einem ansehnlichen Layup, weiter anwachsen (47:28 – 16. Spielminute). In dieser Periode der Partie gelang BAYER so ziemlich alles, während Bremerhaven mit den eigenen Wurfchancen haderte. Der Halbzeitstand von 57:45 aus Sicht der „Gnadisten“ ging vollkommen in Ordnung.

Doch das, was in den zweiten zehn Minuten noch so gut funktionierte, war im dritten Durchgang leider nicht mehr der Fall. Bremerhaven kam mit einer gehörigen Portion Energie aus der Kabine zurück, während den „Giganten“ nicht mehr viel gelang. Punkt um Punkt machten die Gäste auf die Hausherren gut und konnten so den Rückstand auf Leverkusen verkürzen. In der 27. Spielminute sorgte Daniel Laster für die erste Führung der Norddeutschen nach über zwanzig Minuten (70:72). Es war wie verhext: Während bei BAYER die Würfe immer wieder aus der Reuse fielen, trafen die Eisbären hochprozentig. Einmal mehr musste man den GIANTS hoch anrechnen, dass sie am Ball blieben und nicht aufgaben. So verteidigte der Rekordmeister die Führung nach dem dritten Viertel knapp beim Ergebnis von 82:81.

Im Schlussviertel setzte sich dann fort, was im dritten Abschnitt begann: Die Eisbären aus Bremerhaven waren das bessere Team auf dem Feld. Die Nordlichter erkämpften sich nicht nur die Führung zurück, sondern es gelang den Schützlingen von Coach Michael Mai sogar sich abzusetzen. Nach einem erfolgreichen Wurf von Jarelle Reischel von „Downtown“, lag die Auswärtsmannschaft mit neun Punkten vorne (88:97 – 34. Spielminute). Den „gigantischen Korbjägern“ wollte im Angriff einfach nichts mehr gelingen. Bremerhaven dagegen traf unfassbare 52 Prozent ihrer Würfe aus dem Dreipunktebereich (12 von 23 Versuchen landeten im BAYER-Korb). Die GIANTS konnten die Partie nicht mehr zu ihren Gunsten kippen. Am Ende gelang den Eisbären in einem offensiven Spektakel ein verdienter 112:103-Erfolg.

Die Topscorer der BAYER GIANTS hörten an diesem Spieltag auf die Namen J.J. Mann und Quentin Goodin. Die beiden US-Amerikaner setzten ihren Aufwärtstrend weiter fort und zeigten einmal mehr ihre Bedeutung für das Leverkusener Offensivspiel. Effektivster Akteur war allerdings ein anderer, nämlich Luis Figge. Der Flügelspieler markierte 15 Zähler, verteilte sechs Korbvorlagen und stahl seinen Gegenspielern dreimal den Ball. Der verdiente Lohn für den früheren BBL-Spieler war ein Effektivitätswert von 21. Zweistellig punkteten auch Ferenc Gille (15), Marko Bacak (13) und Spencer Reaves (12).

Natürlich war GIANTS-Trainer Hansi Gnad mit der Vorstellung seiner Mannschaft nicht einverstanden. Nach der Begegnung schlug er daher selbstkritische Töne an: „Erst einmal möchte ich Bremerhaven zu diesem verdienten Erfolg gratulieren. Mit einer Rotation von sieben Spielern nach Leverkusen angereist, haben sie ein tolles Spiel abgeliefert. Uns war gleich klar, wie qualitativ gut der Gegner besetzt ist. Darauf haben wir uns im Training auch vorbereitet. Dennoch ist uns in der zweiten Halbzeit einfach nicht mehr gelungen, in der Verteidigung Akzente zu setzen. Bremerhaven hat unsere Schwächen eiskalt ausgenutzt und kam so immer wieder zu einfachen Punkten. Eigentlich sollten 103 Zähler Zuhause reichen, aber wenn du 112 in der ProA kassierst, ist es einfach viel zu viel. Jetzt müssen wir diese Niederlage schnellstmöglich verdauen und uns in den kommenden Einheiten wieder fokussiert vorbereiten. Das nächste Heimspiel wird unheimlich schwer werden.“

Am Freitag, 07.01.2022, um 19:30 Uhr, steht für die GIANTS die nächste Begegnung in der Ostermann-Arena an. Dann empfängt der 14-malige Deutsche Meister die Tigers Tübingen.

Christopher Kwiotek

Scoring BAYER GIANTS Leverkusen: Quentin Goodin (19 Punkte), J.J. Mann (19), Luis Figge (15), Ferenc Gille (15), Marko Bacak (13), Spencer Reaves (12), Dennis Heinzmann (6), Melvin Jostmann (2), Luca Finn Kahl (2), Robert Merz, Thomas Fankhauser und Lennart Litera.

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