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Einmal mehr konnten die BAYER GIANTS nach Verlängerung einen Sieg feiern / Foto: Michael Fleschenberg
Einmal mehr konnten die BAYER GIANTS nach Verlängerung einen Sieg feiern / Foto: Michael Fleschenberg

| Basketball

Giganten siegen erneut nach Verlängerung

Die BAYER GIANTS Leverkusen haben zum zweiten Mal in Serie ein Heimspiel nach Verlängerung für sich entscheiden können. In der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA bezwangen die Rheinländer RASTA Vechta mit 93:80.


Schon vor Spielbeginn zeichnete sich ab, dass die Farbenstädter einen schweren Rückschlag im Hinblick auf die schwierige Partie gegen RASTA Vechta hinnehmen müssen. Quentin Goodin, der etatmäßige Point Guard des Rekordmeisters, konnte nur limitiert am Aufwärmprogramm seiner Teamkollegen teilnehmen. Der Leverkusener Topscorer war angeschlagen und kämpfte mit einer Entzündung an der Patellasehne, welche er sich in der schwierigen "Auswärtswoche" zuvor zugezogen hatte. Mit dabei war hingegen wieder Lennard Winter, der nach monatelanger Verletzungspause wieder das Jersey des Rekordmeisters überstreifen konnte.

In der "ausverkauften" Rundsporthalle (750 Zuschauer) sahen die Fans der beiden Mannschaften eine zunächst eher holprig startende Begegnung. Angeführt von ihrem Starter auf der Spielmacherposition, Luca Kahl, lagen die GIANTS mit 7:4 (3. Spielminute) vorne - bis zur 5. Spielminute. Erst dann erlöste Dennis Heinzmann, nach einigen Fehlwürfen auf beiden Seiten, die Zuschauer auf den Rängen mit einem krachenden Dunk (9:4). In der Folge wurde das erste Viertel ansehnlicher, es gelang BAYER und Vechta mit einigen sehenswerten Aktionen das jeweilige Punktekonto anwachsen zu lassen. Vor allem die beiden wichtigen Dreipunktewürfe von Spencer Reaves und Robert Merz waren am Ende für die 19:17-Führung der "Giganten" nach zehn absolvierten Minuten ausschlaggebend.

Die Hoffnung aller Anwesenden an der Bismarckstraße, dass der "offensive Knoten" auf beiden Seiten nun geplatzt sei, wurde allerdings im zweiten Durchgang nicht erfüllt. Es gelang keinem Team sich in einen "Flow" zu spielen. Eine Vielzahl von Würfen verfehlten ihr Ziel, immer wieder brachten vermeidbare Ballverluste (Schrittfehler, Ball im Aus) die Mannschaften aus dem Konzept. Ein wenig besser konnten die Gäste aus Niedersachsen mit diesem Fakt umgehen, welche versuchten über ihre individuelle Klasse im Spiel zu bleiben. Hier konnte sich Vechtas Trainer Vladimir Lucic vor allem bei Sa´eed Nelson bedanken, der einige schwierige Treffer erzielte. Für die GIANTS war der Abschnitt kein einfacher, schließlich definieren sich die Schützlinge von Coach Gnad über das Teamplay, welches noch nicht ins Rollen kam. Letztlich endete die erste Hälfte beim Stand von 36:37.

Auch nach der Pause waren beide Klubs eng beieinander und einen richtigen Vorteil konnten sich weder RASTA noch die GIANTS erspielen. Die Führung wechselte im dritten Abschnitt ständig, es war ein stetes Auf und Ab in der Ostermann-Arena. Immer wieder sorgten spektakuläre Einzelaktionen (u.a. traf Spencer Reaves einen Distanzwurf von weit jenseits der Dreierlinie) für lautstarke Unterstützung der BAYER-Fans. Doch diese verebbte zunehmend, denn die "Riesen vom Rhein" hatten mit ihrer hohen Anzahl von 20 Ballverlusten zu kämpfen. Mit einer hauchdünnen Führung von einem Zähler (56:55) endeten aus Sicht des Rekordmeisters die dritten zehn Minuten. 

Also kam es einmal mehr, wie es kommen musste: Die altehrwürdige Rundsporthalle sollte in ihrer unglaublichen Historie einen weiteren Thriller erleben. Bis zum Ende hin begegneten sich beide Mannschaften vom Scoring her auf Augenhöhe. Erfolgreiche Aktionen des Gegenübers wussten Leverkusen wie auch Vechta mit der passenden Antwort zu bestätigen. Richtig gefährlich wurde es für BAYER, nachdem James Washington per Dreier, fünf Sekunden vor dem Ende, zum Entsetzen der GIANTS-Fans zur 77:75-Führung der "Rastaner" traf. Trainer Hansi Gnad nahm die Auszeit und ging mit seinen Jungs mögliche Szenarien für den letzten Angriff durch. Hier war es Spencer Reaves, der sich den "Wilson" schnappte und 1,4 Sekunden per Korbleger zum 77:77 traf. Der Jubel war groß, die Erleichterung beim ProA-Vizemeister von 2021 war noch größer.

Wie gegen die VfL Kirchheim Knights knapp drei Wochen zuvor sollte es also in der Verlängerung um den Sieg gehen. Hier gab allerdings nur eine Mannschaft den Ton auf dem Parkett an und das waren die BAYER GIANTS. In diesen fünf zusätzlichen Minuten gelang den Leverkusener gefühlt all das, was vorher noch so schwierig war. Die "Giganten" ließen den Ball gut laufen und einmal mehr zeigte sich, wie stark das Kollektiv auf Seiten der Rheinländer ist. Spätestens 60 Sekunden vor Spielende sorgte Center Dennis Heinzmann für die Entscheidung zu Gunsten seiner Farben (87:77). Nach 45 absolvierten Spielminuten feierten die Farbenstädter ihren zehnten Heimsieg im insgesamt 13. Spiel.

Die überragenden Akteure an diesem Sonntagnachmittag waren Dennis Heinzmann und Spencer Reaves. Heinzmann erzielte 14 Punkte und griff 15 Rebounds ab, was ein weiteres "Double-Double" für den 2,16 Meter großen Center bedeutete. Reaves markierte gar 25 Zähler und traf vier seiner insgesamt acht Würfe von der Dreierlinie. Zweistellig scorten auch J.J. Mann (13) und Robert Merz (10).

Coach Hansi Gnad fand nach einem aufregenden Spiel folgende Worte: "Das war natürlich ein ganz wichtiger Sieg für uns in einer sehr aufreibenden Partie. Aufgrund der Tatsache, dass Quentin gegen Vechta ausfiel, mussten wir ein wenig umdisponieren. Luca hat vorrangig auf der Eins übernommen, allerdings auch unter der Woche nur wenig trainiert. Von daher haben auch Spencer und Luis immer wieder mal aushelfen müssen. Dazu kommt die Rückkehr von Lennard Winter, welchen wir recht schnell wieder ins kalte Wasser werfen mussten. Für uns war klar, dass Vechta kein schwacher Gegner ist. Wenn man sich den Kader anschaut über den RASTA verfügt, dann wird jedem Experten schnell klar: Dieses Team, muss eigentlich viel weiter oben in der Tabelle stehen. So haben wir, obwohl wir viele Fehler gemacht haben, von Beginn an dagegen gehalten. Am Ende muss man sagen, in die Verlängerung darf das Spiel nicht gehen. Wir hätten vorher die Partie zumachen müssen, allerdings ist es uns nicht gelungen den Ball unter Kontrolle zu halten. Sei es drum, in der Verlängerung haben die Jungs mit einem 16:3-"Run" eine starke Phase gehabt und die Begegnung verdient entschieden."

Für den 14-maligen Deutschen Meister stehen jetzt erst einmal zwei Wochen Pause auf dem Programm. Dann reisen die Leverkusener am 04. März 2022 zu den Itzehoe Eagles.

Scoring BAYER GIANTS: Spencer Reaves (25 Punkte), Dennis Heinzmann (14), J.J. Mann (13), Robert Merz (10), Luca Finn Kahl (7), Marko Bacak (6), Luis Figge (5), Lennard Winter (4), Ferenc Gille (1), Nino Vrencken und Quentin Goodin.

Christopher Kwiotek

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