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Matchwinner: Grant Dressler beim Wurf zum 99:98. Foto: Fankhauser
Matchwinner: Grant Dressler beim Wurf zum 99:98. Foto: Fankhauser

| Basketball

GIANTS gelingt nach Krimi wichtiger Heimsieg

Die BAYER GIANTS haben am 17. Spieltag nach einem Krimi einen ganz wichtigen Sieg einfahren können.


Der Rekordmeister bezwang in einer heiß umkämpften Partie die RÖMERSTROM Gladiators Trier mit 99:98 (48:47).

BAYER-Coach Hansi Gnad erhielt in der abgelaufenen Woche gute Neuigkeiten, schließlich konnte der Leverkusener Übungsleiter wieder auf die Dienste von Nico Funk zurückgreifen, der nach längerer Verletzungspause wieder ins Trainingsgeschehen eingreifen konnte. Doch zunächst einmal musste der 19-Jährige von der Bank zusehen, denn die Rheinländer starteten gegen Trier mit Wyatt Lohaus, Haris Hujic, Grant Dressler, J.J. Mann und Dennis Heinzmann in die Begegnung. Dabei lief es für die Farbenstädter in den ersten Minuten nicht so wie erhofft. Mit einem 10:2-„Run“ gaben die Trierer den Ton an und zeichneten sich vor allem durch ihre hohe Trefferquote aus. Je länger jedoch das Spiel dauerte, umso besser fanden die Gastgeber in die Partie. Zähler um Zähler verkürzten Eddy Edigin Jr., Marko Bacak und Co. den Rückstand auf die Gladiators. In der Offensive fand der 14-malige Deutscher Meister seinen Rhythmus, doch die Arbeit in der Verteidigung ließ noch zu wünschen übrig: Nach zehn Minuten stand es 25:21 für die Gäste aus Rheinland-Pfalz.

Auch im zweiten Durchgang war das Spiel ausgeglichen. Die GIANTS liefen nach wie vor einem Rückstand hinterher. In der 14. Spielminute war es endlich soweit: Marko Bacak, der an der Dreierlinie toll von Haris Hujic in Szene gesetzt wurde, brachte den Ball ohne Ringberührung im Trierer Korb unter - Leverkusen führte nun mit 35:34. Doch eine erfolgreiche Aktion der Rheinländer konterte das Auswärtsteam umgehend. Die Gladiators waren unheimlich effektiv von jenseits der Dreipunktelinie, was die Hausherren vor große Probleme stellte. Für ein absolutes Highlight sorgte jedoch BAYER-Forward Eddy Edigin Jr., als er rund eine Minute vor der Halbzeit mit einem spektakulären Posterdunk für zwei wichtige Zähler sorgte. Mit einer Führung von einem Punkt (48:47) zu Gunsten des ProB-Meisters von 2019 ging es in die fünfzehnminütige Pause.

Nach dem Break sahen die Beteiligten in der Ostermann-Arena eine komplett ausgewechselte Leverkusener Mannschaft. Was noch zuvor im Angriff funktionierte, bereitete dem BAYER-Trainerstab nun große Sorgen. Die Würfe der GIANTS landeten nicht mehr im Korb des Gegners und in der Defensive ließ man einige leichte Zähler zu. Der Rekordmeister haderte zunehmend mit der Verteidigung der Gäste, die sich so ein Punktepolster erarbeiten konnten. Der dritte Abschnitt war für die Heimmannschaft ein Durchgang zum Vergessen. Beim Spielstand von 66:77 aus Sicht der „Riesen vom Rhein“ nach dreißig gespielten Minuten waren die Leverkusener relativ weit von einem Sieg entfernt.

Doch wie so oft bewiesen die Farbenstädter einmal mehr ihre tolle Teammoral. Von Minute zu Minute kamen die GIANTS näher an die „Gladiatoren“ heran. Das lag vor allem auch am überragenden Haris Hujic. Der Guard übernahm viel Verantwortung und wusste in der entscheidenden Phase der Partie zu überzeugen. Neben starken 28 Punkten kam der gebürtige Lüdenscheider auf fünf Rebounds und vier Assists. Der abgezockte J.J. Mann (insgesamt 17 Zähler) erzielte dann zwei Minuten vor dem Ende per Mitteldistanzwurf den Ausgleich (89:89). In der Folge wechselte die Führung mehrmals zwischen beiden Teams. Nachdem Haris Hujic 13 Sekunden vor dem Ende per Dreier zum 97:94 getroffen hatte, stand die gesamte BAYER-Bank Kopf! Der Sieg war zum Greifen nahe, doch Chase Adams brachte Trier mit vier erfolgreichen Freiwürfen die Trierer in Front (97:98). Es waren jedoch noch fünf Sekunden zu spielen und alle Möglichkeiten für einen Leverkusener Heimerfolg waren gegeben. Nach der Auszeit von Coach Gnad gelangte der Ball in die Hände von Grant Dressler. Die Zeit lief erbarmungslos runter: 4,3,2…der US-Amerikaner blieb cool, täuschte am Zonenrand einen Wurf an, ließ einen Verteidiger aussteigen, warf - …GAME! Der Ball fliegt durch den Ring der Gäste das Heimteam gewinnt mit 99:98.

Es war einmal mehr eine überragende Teamleistung in der Schlussperiode, welche für den Sieg der GIANTS sorgte. Trotz eines Rückstands von zwischenzeitlich 15 Punkten im dritten Viertel, ließen sich die „Riesen vom Rhein“ nicht unterkriegen und bewiesen ihre Moral. So war Trainer Hansi Gnad nach der Partie unglaublich stolz auf seine Schützlinge: „Wir haben heute ein unfassbares Spiel mit einem unglaublichen Ende erlebt. Dabei haben wir uns in den Schlusssekunden das Leben selber sehr schwer gemacht. Erst haben wir Chase Adams beim Dreier blöd gefoult und als dieser dann den dritten Freiwurf verworfen hat, gelingt es uns nicht den Rebound einzusammeln. Dennoch haben wir im Anschluss einen kühlen Kopf bewahrt und Grant hat den siegbringenden Wurf ganz cool im Korb der Trierer untergebracht. Wir haben einmal mehr gezeigt, dass wir über eine tolle Teamchemie verfügen, wo sich innerhalb der Mannschaft alle aufeinander verlassen können.“ Doch der 57-Jährige richtete auch lobende Worte an den Gegner: „Zu einem spannenden Spiel gehören immer zwei Mannschaften. Die Gladiators haben toll getroffen und einen super Job gemacht. Wir hätten uns nicht beschweren dürfen, wenn Trier heute gewonnen hätte. Chapeau zu dieser Vorstellung heute!“

Mit insgesamt acht Siegen und sechs Niederlagen spielen die BAYER GIANTS auf den fünften Tabellenplatz in der ProA. Nächste Woche geht es dann für die Jungs von der Bismarckstraße dann bei Science City Jena weiter.

Scoring BAYER GIANTS Leverkusen: Haris Hujic (28 Punkte), J.J. Mann (17), Marko Bacak (14), Dennis Heinzmann (10), Grant Dressler (10), Eddy Edigin Jr. (9), Sheldon Eberhardt (8), Wyatt Lohaus (3), Nico Funk, Valentin Blass, Michael Kuczmann und Thomas Fankhauser.

Christopher Kwiotek

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