Für Wissbegierige
Haris Hujic war beim Sieg in Trier erfolgreichster GIANTS-Scorer. Foto: Fankhauser
Haris Hujic war beim Sieg in Trier erfolgreichster GIANTS-Scorer. Foto: Fankhauser

| Basketball

GIANTS gelingt erster Auswärtssieg der Saison

Die BAYER GIANTS haben am 10. Spieltag bei den RÖMERSTROM Gladiators Trier mit 77:68 gewonnen.


Für die Schützlinge von Headcoach Hansi Gnad war es der erste Auswärtssieg der Saison.

Dabei mussten die GIANTS vor Spielbeginn einen Rückschlag verkraften. Sheldon Eberhardt, mit 7,1 Zählern pro Spiel einer der besseren Leverkusener Punktesammler, musste aufgrund einer Verletzung bei den Gladiators Trier pausieren. Für BAYER sicherlich keine einfache Situation, schließlich hat sich der Allrounder als wichtiger Baustein im Kader des Rekordmeisters hervorgetan.

So kam es zu einer Premiere, denn erstmalig starteten die GIANTS in der Saison 2020/21 mit all ihren drei US-Amerikanern in die Partie. Die Starting-Five vervollständigten neben J.J. Mann, Grant Dressler und Wyatt Lohaus die beiden deutschen Akteure Haris Hujic und Dennis Heinzmann. Diese Fünf machten ihre Sache in den ersten Minuten auch recht ordentlich. Zwar erspielten sich die Gastgeber die erste Führung der Begegnung, aber diese hielt nicht lange. In der 3. Spielminute war es eben erwähnter Heinzmann, der per Freiwurf die „Gnadisten“ mit 6:5 in Front brachte. In der Folge erlebten beide Mannschaften in der Arena Trier einen von Ballverlusten und Spielunterbrechungen geprägten Durchgang, in der sich weder die Gladiators noch BAYER absetzen konnten. Die Schlussphase des ersten Abschnitts wurde aber zunehmend ansehnlicher, vor allem Freunde des Offensiv-Basketballs kamen auf ihre Kosten. Insgesamt wurden sechs Dreier verwandelt und den ein oder ansehnlichen erfolgreichen Korb unter dem Brett des Gegners gab es zu bestaunen. Nach zehn Minuten führten die Hausherren knapp mit 26:24.

Im zweiten Viertel nahm die Zahl der individuellen Fehler wieder vermehrt zu. Der Spielfluss wurde durch einige Turnover und Fouls unterbrochen, was beiden Teams nicht sonderlich guttat. Dennoch stimmte der Einsatz auf dem Feld, denn der Rekordmeister und die Gladiators schenkten sich nichts. Das erste Ausrufezeichen setzten in dieser eher mauen Phase die GIANTS, welche sich aufgrund eines 8:0-„Run“ eine erste deutlichere Führung erspielen konnten (35:29 – 15. Spielminute). J.J. Mann und Dennis Heinzmann waren es, die viel Verantwortung übernahmen und entsprechend mit erfolgreichen Aktionen belohnt wurden. Für die Trierer lief in den zweiten zehn Minuten einfach nichts zusammen. Die Wurfquote sank rapide und irgendwie wollte den Rheinland-Pfälzern im Angriff nichts gelingen. Dies lag aber auch daran, dass BAYER engagiert verteidigte und den Gladiators so das Leben schwer machte. Die 41:33-Führung zur Halbzeit aus Sicht der „Riesen vom Rhein“ war verdient.

Doch was zuvor noch so gut funktionierte, war nach der Pause leider nicht mehr zu sehen. Der Korb der Trierer war wie vernagelt, kein Wurf wollte durch die Reuse des ehemaligen Bundesligisten fallen. Das Positive für die „BAYER-Boys“ war aber, dass die Moselstädter auch weiterhin an ihrer schwachen Trefferquote zu knabbern hatten. So mussten sich die Zuschauer vor den Bildschirmen bei Sportdeutschland.TV mit vielen Punkten von der Freiwurflinie begnügen. Erst nach sieben gespielten Minuten in der zweiten Hälfte gelang es Dennis Heinzmann, nach einem guten Pass von Marko Bacak, per Sprungwurf die ersten Zähler der GIANTS aus dem Feld zu erzielen. Es sollte aber im Anschluss nicht besser für die Rheinländer werden und Trier fand besseren Zugriff auf das Spiel. So kostete Michael Kuczmann, Luca Kahl & Co. ein eher dürftiger Durchgang den Vorsprung von acht Punkten, den man zur Pause innehatte. Beim Ergebnis von 56:56 nach dreißig Minuten waren die Zeichen auf „Krimi“ gestellt.

Zunächst ahnten die GIANTS-Fans sicherlich nichts Gutes, denn in der Anfangsphase des Schlussabschnitts waren die Gastgeber die aufgewecktere Mannschaft. So sorgte Chase Adams nach rund 20 Minuten für eine Trierer Führung (58:56 – 31. Spielminute). In der Folge war es vor allem der US-Amerikaner Adams, welcher der BAYER-Verteidigung arg zu schaffen machte. Der Routinier wirbelte durch die gegnerische Verteidigung und war an fünf der ersten sieben Gladiators Punkte beteiligt. Jedoch ließen sich Mannschaft und Trainerstab aus der Farbenstadt von diesem Rückschlag nicht unterbekommen. Coach Gnad hatte seine Jungs gut eingestellt und in den folgenden Szenen behielten die „BAYER-Boys“ die Offensivbemühungen der Gladiators unter Kontrolle. Die „Giganten“ dagegen wurden mutiger und bekamen besseren Zugriff im Angriff. Punkt um Punkt machte man auf die Gastgeber gut und siehe da: Nach zwei erfolgreichen Aktionen von Marko Bacak in Serie übernahm der ProB-Meister von 2019 gar die Führung (69:64 – 38. Minute). Die Zeichen standen auf Sieg und der Trierer Trainer Marco van den Berg reagierte mit der fälligen Auszeit. Doch auch diese sollte nicht mehr viel ändern. Eine erfolgreiche Szene der Heimmannschaft konterten die Rheinländer trocken. Der Jubel war dementsprechend groß, als nach 40 gespielten Minuten ein 77:68 für die Leverkusener auf der Anzeigetafel zu lesen war.

„Man of the Match“ bei den GIANTS war Haris Hujic, der einmal mehr eine überzeugende Vorstellung ablieferte. Der Guard markierte 18 Zähler, verteilte 4 Korbvorlagen und griff 5 Rebounds ab. Der Lohn war ein Effektivitätswert von 24. Dennis Heinzmann wusste mit 11 Punkten, 5 Block-Shots und 9 Rebounds zu gefallen und schrammte nur knapp an einem „Double-Double“ vorbei. Zweistellig scorten des Weiteren J.J. Mann (13 Punkte) und Marko Bacak (11).
Vor allem aber war es eine überragende Teamleistung in der Defensive: Trier traf lediglich 36 Prozent aus dem Feld, nur zehn von insgesamt 31 Dreipunkteversuche landeten im Korb der „Giganten“. Die GIANTS verteidigten 40 Minuten lang aufopferungsvoll und hielten die Angriff des Gegners kontrolliert in Schach.

BAYER-Trainer Hansi Gnad fiel nach der Begegnung eine Last von den Schultern. Der 57-Jährige freute sich über den ersten Auswärtserfolg seiner Mannschaft in 2020/21: „Ich sehr happy über das Endergebnis und den daraus resultierenden Sieg für uns. Wir haben uns durch diese Partie gekämpft und ein sicherlich nicht schönes Spiel gewinnen können, das zählt. Zunächst haben wir im Rebounding unsere Probleme gehabt, diesen aber mit zunehmender Spieldauer kontrollieren könne. Am Ende war dies der ausschlaggebende Punkt, dass wir als Sieger vom Feld gegangen sind. Es war unsere beste Verteidigungsleistung in dieser Saison und diese hat dafür gesorgt, dass wir Trier unter Kontrolle halten konnten. Ich kann nur noch einmal sagen: Die Freude innerhalb der Mannschaft ist groß! Wir haben unheimlich lange auf diesen wichtigen Auswärtssieg hingearbeitet.“ Ein Extralob verteilte der Coach gleich mit: „Haris Hujic, Dennis Heinzmann und Marko Bacak haben einen guten Job gemacht. Aber auch wenn der ein oder andere mit seiner Leistung hadert: Wir gewinnen und verlieren als Team. Deshalb gilt es sich jetzt gemeinsam auf Sonntag zu fokussieren.“

Am 13.12.2020 (Sonntag) um 16 Uhr geht es für den 14-maligen Deutschen Meister in der ProA wieder weiter. Gegner sind dann die Eisbären Bremerhaven in der Ostermann-Arena.

Scoring BAYER GIANTS Leverkusen: Haris Hujic (18 Punkte), J.J. Mann (13), Dennis Heinzmann (11), Marko Bacak (11), Grant Dressler (8), Michael Kuczmann (6), Luca Kahl (6), Wyatt Lohaus (2), Valentin Blass (1), Eddy Edigin Jr. (1), Nico Funk und Thomas Fankhauser

Christopher Kwiotek

Mehr aus dem Bereich Basketball lesen.


Zurück

Telefon Ort E-Mail Navigation aufklappen Prev Next Häkchen Listenpunkt Navigation schließen Suche