Für Wissbegierige
Die Vizemeisterschaft ist ein herausragender Erfolg der BAYER GIANTS. Foto: Fankhauser
Die Vizemeisterschaft ist ein herausragender Erfolg der BAYER GIANTS. Foto: Fankhauser

BAYER-Korbjäger sind ProA-Vizemeister 2021

Die Saison 2020/21 in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA ist für die BAYER GIANTS Leverkusen offiziell beendet.


Der Rekordmeister sorgte nach der bitteren Niederlage in Spiel 1 gegen die MLP Acacdemics Heidelberg (66:96) für Wiedergutmachung und rang den Kurpfälzern ein Unentschieden (93:93) in eigener Halle ab.

Trotz der deutlichen Pleite in der Ostermann-Arena am Tag zuvor, wollten die GIANTS in Heidelberg nicht einfach kampflos aufgeben. Zumindest ein Sieg zum Abschluss sollte her und so formulierte Coach Hansi Gnad gleich im Anschluss an das erste Finalspiel seine Ziele: „Wir wollen uns mit einem guten Auftritt aus der Saison 2020/21 verabschieden. Die Jungs wissen, was sie in Spiel 1 falsch gemacht haben, und diese Fehler werden wir sicherlich nicht wiederholen. Wir reisen hochmotiviert nach Heidelberg um uns zu rehabilitieren.“

Ob diese Rehabilitation den „Riesen vom Rhein“ gelingen würde? In den ersten Minuten der zweiten Endspielbegegnung hatten die Fans der GIANTS dieses Gefühl noch nicht. Das Gegenteil war der Fall, denn die MLP Academics Heidelberg knüpften nahtlos an ihre starke Vorstellung in Leverkusen an. Die Schützlinge von Headcoach Branislav Ignjatovic wollten auch im neuen SNP Dome gewinnen, um einer erfolgreichen Spielzeit die Krone auszusetzen. So läuteten die Kurpfälzer die Partie mit einem 9:0-„Run“ ein, den erst Marko Bacak in der 3. Spielminute mit einem erfolgreichen Sprungwurf beenden konnte (2:9). In der Folge wurde BAYER aber zusehend stärker und fand sich besser auf dem Parkett in der Universitätsstadt zurecht. Es entwickelte sich ein interessantes erstes Viertel, mit einigen tollen Offensivaktionen. Den Vorsprung, welchen sich die MLP Academics in der Anfangsphase erspielten, schmolz dahin. Der Durchgang endete beim Spielstand von 17:20 aus Sicht des 14-maligen Deutschen Meisters.

Ähnlich eng ging es auch im zweiten Abschnitt zu. Beide Mannschaften schenkten sich nichts, die Partie war dementsprechend ausgeglichen. So blieb BAYER nicht nur in unmittelbarer Schlagdistanz zu Heidelberg, sondern ging, nach einem erfolgreichen Dreier durch Haris Hujic, gar in Front (28:27 – 13. Spielminute). Dieses Glücksgefühl währte allerdings nicht lange, denn die Führung wechselte nun mehrmalig.

Am Ende der ersten Halbzeit setzten die Farbenstädter noch einmal zum Schlussspurt an und wussten zu gefallen. In der 18. Spielminute traf Wyatt Lohaus von außerhalb der Dreipunktelinie zum 45:39 seiner Farben. So kam es tatsächlich dazu, dass die Leverkusener Korbjäger mit einem Vorsprung von vier Zählern (49:45) den wohlverdienten Gang in die Kabine antraten.

Auch im dritten Durchgang begegneten sich die Mannschaften auf dem Parkett mit offenen Visier. Einen erfolgreichen Angriff der Heidelberger konterten die „Riesen vom Rhein“ umgehend, gleiches gelang den Academics. So ähnelte der Spielverlauf ziemlich dem Viertel zuvor. Die Führung wechselte gefühlt mit jedem Angriff, ohne dass sich ein Klub einen nennenswerten Vorteil erspielen konnte. Die GIANTS bewiesen, warum sie zurecht im Finale um den ProA-Titel standen. Sie spielten clever und abgezockt und verteidigten in den letzten Angriffen der Spielperiode ihren Vorsprung von vier Zählern (72:68).

Es standen einmal mehr zehn spannende Schlussminuten für die Fans der BAYER-Basketball auf dem Programm. Die Leverkusener lagen zwar permanent mit einer Nasenlänge vorne, aber Heidelberg ließ sich nicht abschütteln.
Fünf Sekunden vor Spielende sahen die Farbenstädter wie die sicheren Sieger aus. J.J. Mann, der an diesem Nachmittag auf insgesamt 20 Zähler kam, traf an der Freiwurflinie seine beiden Versuche und sorgte für eine Führung von drei Punkten (93:90). Jetzt galt es also noch einmal intensiv zu verteidigen, ohne einen Wurf von „Downtown“ zu kassieren. Doch es kam anders, denn der bereits erwähnte Mann foulte den einmal mehr bockstarken Jordan Geist (20 Punkte in Spiel 2) beim Dreipunkteversuch, zwei Sekunde vor Ende der Partie. Die im Anschluss fälligen drei Freiwürfe brachte der US-Amerikaner souverän im Korb der Gastmannschaft unter. Das Spiel endete mit einem Unentschieden – 93:93! Da die Differenz in beiden Endspielpaarungen zählt, gab es keine Verlängerung.

Bester Scorer der GIANTS war J.J. Mann mit insgesamt 20 Punkten. Der US-Amerikaner unterstrich einmal mehr seinen Wert für den ProB-Meister von 2019. Ein „Double-Double“ konnten jeweils Dennis Heinzmann und Eddy Edigin Jr. einfahren. Heinzmann markierte 10 Punkte und griff 11 Rebounds ab, Edigin erzielte 10 Zähler und sicherte sich 10 Abpraller. Zweistellig scorten zudem Marko Bacak (14) und Grant Dressler (11).

Im Anschluss an das Finale wurde der Vizemeister bzw. Meister gekürt. So erhielten die Spieler der BAYER GIANTS von Abteilungsgeschäftsführer Henrik Fronda ihre Silbermedaille. Nach kurzer Enttäuschung über den verpassten Gewinn der Meisterschaft, machte sich schnell Freude über das erreichte breit. Als Außenseiter in die Playoffs gestartet, setzten sich die Leverkusener in einer schweren Gruppe durch und wurden Zweiter in einer sehr starken ProA 2020/21. Es war eine besondere Spielzeit, mit vielen Höhen und wenigen Tiefen.

Trainer Hansi Gnad war stolz auf den Auftritt seiner Mannschaft nicht nur in der gesamten Saison 2020/21 sondern auch in Heidelberg: „Man hat in den ersten Minuten durchaus gemerkt, dass uns die Klatsche vom Vortag noch beschäftigt hat. Doch mit fortlaufender Spielzeit haben wir gut in die Partie zurückgefunden. Wir haben Heidelberg bis zum Schluss Paroli geboten und ich finde, dass wir den Sieg verdient gehabt hätten. Dafür haben die Jungs zu viele Dinge auf dem Parkett richtiggemacht. Sei es drum: Ich bin sehr zufrieden mit der Einstellung, welche wir gegen eine absolute Topmannschaft der ProA abgerufen haben. Dafür haben meine Spieler Respekt verdient. Die Saison 2020/21 war ein großer Erfolg für alle Beteiligten.“ Gratulieren wollte der gebürtige Darmstädter dem neuen Meister natürlich auch: „Heidelberg hat den Titel in dieser Serie hochverdient errungen. Dieser Kader verfügt über große Qualität und auch das Umfeld ist sehr professionell aufgestellt. Die neue Halle kann sich sehen lassen, das macht wirklich großen Spaß hier zu spielen. Ich wünsche den Academics alles Gute für die kommende Saison in der BBL!“

Wie geht es in den kommenden Wochen weiter?
Aktuell führen die Verantwortlichen Gespräche mit den Spielern des aktuellen Kaders. Wer bleibt bzw. wer den Verein verlässt, wird sich dabei in einigen Tagen genauer herauskristallisieren. Ein Umstand, der natürlich schon ein wenig emotional macht: „Diese Saison war eine ganz besondere, bei der alle am selben Strang gezogen haben.“, so Gnad. „Ich möchte mich bei meinen Coaches, Ärzten und Physios für den tollen Support bedanken. Ganz wichtig waren auch unsere treuen Helfer, die so viel in dieser schwierigen Zeit geleistet haben. Diese ehrenamtliche Unterstützung hat allerhöchste Anerkennung verdient – vielen Dank!“

Die BAYER GIANTS Leverkusen bedanken sich bei Sponsoren, Fans und Helfern für die tolle Unterstützung in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA 2020/21 - wir freuen uns drauf Euch hoffentlich bald in der Ostermann-Arena wieder begrüßen zu dürfen!

Scoring BAYER GIANTS Leverkusen: J.J. Mann (20 Punkte), Marko Bacak (14), Grant Dressler (11), Eddy Edigin Jr. (10), Dennis Heinzmann (10), Sheldon Eberhardt (7), Valentin Blass (5), Haris Hujic (5), Luca Kahl (4), Michael Kuczmann (4), Wyatt Lohaus (3) und Thomas Fankhauser

Christopher Kwiotek

 


Zurück

Telefon Ort E-Mail Navigation aufklappen Prev Next Häkchen Listenpunkt Navigation schließen Suche