Für Wissbegierige
Markus Rehm geht als großer Favorit in Tokyo an den Start. Foto: Daniel Schäfer
Markus Rehm geht als großer Favorit in Tokyo an den Start. Foto: Daniel Schäfer

14 Bayer-Athlet:innen reisen zu den Paralympics

Vier Para Leichtathletinnen und vier Para Leichtathleten, fünf Sitzvolleyballer und ein Schwimmer: So sieht das große Team des TSV Bayer 04 Leverkusen aus, das bei den Paralympics vom 24. August bis 5. September 2021 im japanischen Tokio startet.


„Noch nie war das Niveau so hoch und noch nie war es so schwer, Medaillen bei Paralympics zu gewinnen“, sagt Parasport-Geschäftsführer Jörg Frischmann - wohlwissend, dass seine Sportlerinnen und Sportler gute Erfolgsaussichten haben.

Markus Rehm, der auch bei den Olympischen Spielen startet, führt als einziger verbliebener Paralympicssieger das Aufgebot der Leverkusener an. Irmgard Bensusan, Staffel-Paralympicssieger Johannes Floors und Léon Schäfer reisen als aktuelle Weltmeister und Weltrekordhalter nach Tokio und für Maria Tietze und Nele Moos wird es nach dem WM-Debüt in Dubai 2019 nun zur Paralympics-Premiere kommen. Überraschend darf auch die Nachwuchsathletin Lise Petersen zum ersten Mal bei den Erwachsenen im Nationaltrikot starten und das macht Frischmann stolz: „Unser Nachwuchs ist die Basis für die Erfolge und es freut mich, dass dort viele Talente nachkommen, die sich jetzt auch mit den Paralympics belohnen dürfen.“ Auch David Behre, 2016 in Rio Silbermedaillengewinner über 400 Meter und Paralympicssieger mit der 4x100-Meter-Staffel, schaffte es ins Aufgebot von Bundestrainerin Marion Peters und wird in Tokio in der neuen 4x100-Meter-Universalstaffel auf die Bahn gehen.

„Dass acht Athletinnen und Athleten von uns dabei sind, hätte ich nicht für möglich gehalten“, sagt Frischmann. Schließlich hätten nach den Paralympics 2016 Heinrich Popow und Franziska Liebhardt ihre Karriere mit Gold beendet und Birgit Kober und Vanessa Low den Verein verlassen. Auch Felix Streng war damals noch für Bayer mit am Start. „Dass wir trotz dieser Abgänge jetzt so ein starkes Team haben, ist sensationell“, sagt Frischmann, der auch noch darauf hinweist, dass mit dem Rennen über 200 Meter bei Johannes Floors, den 400 Metern für Irmgard Bensusan und der 4x100-Meter-Staffel Wettbewerbe aus dem paralympischen Programm genommen wurden, in denen gute Medaillenchancen bestanden hätten. Eine Prognose wagt er dennoch: „Auch wenn wir in Rio 15 hatten: Mit fünf Medaillen in der Leichtathletik wäre ich sehr happy, einfach weil die Konkurrenz so groß geworden ist.“

Zum ersten Mal bei den Paralympics dabei sein wird dann auch Taliso Engel: Der 19-Jährige hatte 2019 überraschend WM-Gold gewonnen und in diesem Jahr in überragender Manier den EM-Titel geholt. Dementsprechend darf er sich auch in Tokio über 100 Meter Brust berechtigte Hoffnungen auf eine Medaille machen. „Er ist ein guter Form und ich bin gespannt, was er in Tokio zeigen wird. Auch über die 200 Meter Lagen kann er überraschen“, sagt Frischmann.

Die Sitzvolleyballer haben es erst im Juni geschafft, sich das letzte Ticket für die Paralympics zu sichern. Beim Heim-Qualifikationsturnier in Duisburg schlugen in Dominik Albrecht, Stefan Hähnlein, Lukas Schiwy, Jürgen Schrapp, Mathis Tigler und Thomas Renger sechs TSV-Sportler auf. Lediglich Renger wird aus privaten Gründen nicht zum Tokio-Aufgebot von Bundestrainer Michael Merten zählen, sodass fünf Leverkusener in Tokio dabei sind. „Je nach Auslosung und wie sie ins Turnier kommen, traue ich ihnen sogar das Halbfinale zu und dann ist vielleicht sogar eine Medaille möglich“, sagt Frischmann.

Nico Feißt


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