Fechten ist unsere Leidenschaft
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Behandlungen während im Hintergrund das reguläre Training weitergeht: On-Track-Therapie. Foto: Pulsfort
Behandlungen während im Hintergrund das reguläre Training weitergeht: On-Track-Therapie. Foto: Pulsfort

Fr, 05.05.2017 | Fechten

Ganz nah dran am Athleten

Finanziert durch den Olympiastützpunkt Rheinland und die Sportstiftung NRW: Bei der „On-Track-Therapie“ kommt der Physio direkt in die Fechthalle.

High Five für ein gelungenes Konzept: Degenfechterin Alexandra Ndolo mit Physiotherapeut Matthias Forkel. Foto: Pulsfort
High Five für ein gelungenes Konzept: Degenfechterin Alexandra Ndolo mit Physiotherapeut Matthias Forkel. Foto: Pulsfort

Vorsichtig, aber mit der passenden Kraftdosierung, drückt Matthias Forkel das gebeugte Knie von Alexandra Ndolo in Richtung ihres Brustbeins. So lange, bis der Dehnungspunkt des Gluteus Maximus  („Großer Gesäßmuskel“) erreicht ist. Um sie herum: Nicht etwa andere „Patienten“, die auf eine Behandlung durch den Physiotherapeuten warten. Nein, die beiden sind umgeben von anderen Fechtern, die hier in der Kurt-Rieß-Halle 3 – wie jeden Mittwoch – ihr ganz normales Training absolvieren. Ebenso wie später auch Alexandra Ndolo, die sich auf die Weltmeisterschaften vorbereitet, die im Sommer (19.-26. Juli) in Leipzig stattfinden. Die 30-Jährige gehört damit zum Kreis von etwa 30 Athleten, die das neue Angebot der „On-Track-Therapie“ nutzen können. Finanziert wird das Modell vom Olympiastützpunkt Rheinland sowie der Sportstiftung NRW.

Für „Alex“ ist der zeitliche Aspekt einer der Vorteile der Vor-Ort-Behandlung: „Die Behandlung hier in der Halle ist bei weitem nicht so aufwendig, weil man nicht noch einen weiteren Termin in einer Praxis wahrnehmen muss“, erklärt die Nationalfechterin.

Matthias Forkel, Mitarbeiter der Bayer 04 Physio GmbH, profitiert ebenfalls von dem Modell, das in der Leichtathletik-Abteilung schon länger praktiziert wird: „Als Therapeut ist es natürlich von Vorteil, die jeweilige Sportart mit ihren typischen Bewegungsmustern zu kennen“, erläutert der Physiotherapeut. „Das ist hier direkt in der Fechthalle perfekt gegeben“. Auch in Richtung Prophylaxe sieht Matthias Forkel Chancen: „Da ich hier relativ viel vom Training mitbekomme, kann ich besonders den jüngeren Athleten auch den einen oder anderen Tipp geben, wie sie zum Beispiel Probleme wegen einseitiger Belastung versuchen können zu vermeiden“.

Bei Alexandra Ndolo hat die aktuelle Behandlung einen klaren therapeutischen Ansatz – sie laboriert an den Folgen eines Muskelfaserrisses in der rechten Wade. Da können die heilenden Griffe in der Kurt-Rieß-Halle 3 natürlich nur eine Ergänzung sein, „aber eine wichtige“, wie Ndolo betont. Denn die TSV-Fechterin hat Ziele, und die sind ehrgeizig. Im Sommer stehen die Weltmeisterschaften im eigenen Land auf dem Programm und da möchte Alexandra Ndolo natürlich topfit an den Start gehen.

Internationale Meisterschaften wie diese sind auch der Grund, warum die Sportstiftung NRW und der Olympiastützpunkt Rheinland dieses Projekt finanzieren. OSP-Leiter Michael Scharf: „Wir verstehen uns als Dienstleister für die Athleten und als solcher versuchen wir immer wieder Maßnahmen zu ermöglichen, die über die alltägliche Betreuung durch einen Verein hinausgehen“, erklärt Michael Scharf.

Abgeschaut haben sich die Fechter die „On-Track-Therapie“ von den Leichtathleten mit und ohne Behinderung. In der Halle an der Kalkstraße baut seit etwa einem Jahr regelmäßig ein Mitarbeiter der Bayer 04 Physio GmbH seine Liege an der Sprintbahn auf. „Die Erfahrungen und Rückmeldungen von Athleten, Trainern und Physiotherapeuten sind äußerst positiv. Das war für uns eine gute Ausgangslage, dieses Modell auch auf die Fechter zu übertragen“, erläutert Jürgen Brüggemann, Geschäftsführer der Sportstiftung NRW.

Michel Colling, Leistungssportkoordinator der TSV-Fechter, weiß das Engagement der beiden Institutionen zu schätzen: „Bei Trainingsumfang, -intensität und -qualität sind wir ziemlich am Limit.  Dass der OSP und die Sportstiftung jetzt ermöglichen, auch den medizinischen Bereich weiter zu optimieren, ist für uns und vor allem für die Athleten ein wesentlicher Baustein“, erklärt der Fechttrainer. „Die Sportler trainieren viel und intensiv – umso wichtiger ist es, auch mal direkt aus dem Training heraus zum Physio gehen zu können“.

Ausgelegt ist das Projekt zunächst auf den Zeitraum bis zu den Weltmeisterschaften im Juli. Über eine Fortsetzung der On-Track-Therapy wird danach entschieden.

Uwe Pulsfort

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