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Alexandra Ndolo nach dem Viertelfinale (Foto:Augusto Bizzi)

Fr, 04.08.2017

Die WM im eigenen Land - Ndolo an der Weltspitze dran

Wenn Weltmeisterschaften im eigenen Land stattfinden, ist die Motivation bei den nominierten Athleten besonders hoch. So auch bei Ndolo, Herzberg und Bellmann.

Foto: Augusto Bizzi

Wenn Weltmeisterschaften im eigenen Land stattfinden, ist die Motivation bei den nominierten Athleten besonders hoch. So auch diesmal in Leipzig. Mit dabei für die Degendisziplin Alexandra Ndolo, Fabian Herzberg und Lukas Bellmann vom TSV Bayer 04 Leverkusen. Mit dem achten Platz im Einzel und dem fünften Rang in der Mannschaft konnte Alexandra Ndolo als beste Deutsche in der Degenkonkurrenz bei der Weltmeisterschaft in Leipzig überzeugen.

Im Einzel ging es für die deutschen Athleten zunächst darum, in der Vorrunde eine gute Ausgangslage für die Direktausscheidung und den Finaltag zu erreichen.

Mit Rang 15 im Klassement der Rundengefechte gelang dies Lukas Bellmann, der damit direkt für den Finaltag und die Gefechte der besten 64 Fechter qualifiziert war. Leider konnte Lukas seine Qualität am Finaltag gegen den Argentinier Lugones Ruggeri nicht abrufen und erreichte bei seiner ersten WM-Teilnahme Rang 43. TSV-Trainer Michel Colling meinte hierzu: „Ich glaube, Lukas war von dem großen Event überwältigt und hat sich selbst sehr unter Druck gesetzt.“

Fabian Herzberg musste als 25. der Vorrunde in die Ausscheidungsgefechte für die Finals. Dort traf er in der dritten Runde auf den erfahrenen Franzosen Jean-Michel Lucenay, der nach einer schwachen Vorrunde erst mit dem Sieg gegen den Leverkusener zu seiner Form fand. Der amtierende deutsche Meister endete damit im Einzel auf dem 67. Platz. „Es kann passieren, dass auch nach einer 10-8 Führung das Gefecht aus der Hand gegeben wird. Letztlich hat die Erfahrung des Franzosen hier gesiegt“ kommentierte der TSV-Trainer Michel Colling das Gefecht.

Bei den Herren war aus deutscher Sicht Richard Schmidt aus Offenbach mit dem dritten Platz erfolgreich. Michel Colling hierzu: „Was für die deutschen Degenfechter geht hat Richard Schmidt mit seiner Medaille gezeigt, Lukas und Fabian bleiben aber die Speerspitze des deutschen Degenfechtens.“

Aus TSV-Sicht lief es im Einzel für Alexandra Ndolo hingegen  wesentlich besser. Die Vorrunde und Ausscheidungsgefechte absolvierte sie problemlos und startete von Platz 47 in die Finals. Auf ihrem Weg schaltete sie zunächst die US-Amerikanerin Courtney Hurley mit 15-8, Dzhoan Bezhura aus der Ukraine mit 15-2 sowie die Weltranglistenerste Ungarin Szasz-Kovavs mit 15-14 aus. Im Viertelfinale traf die Leverkusenerin auf die Estin Beljajeva, der sie sich geschlagen geben musste. „Alex steht nun auf Rang 8 der Weltrangliste. Sie hat eine super WM gefochten und es wird eine harte Aufgabe sein, diesen Platz bis Olympia 2020 zu halten. Ich bin aber zuversichtlich, da Alex genau die richtige Einstellung hat, an der Weltspitze mit zu fechten“ wertete Colling den Erfolg.

In den folgenden Mannschaftswettbewerben gab es eine weitere Gelegenheit für die Leverkusener, sich international zu zeigen und ihre Leistungen abzurufen.

Die Herren trafen dort im Tableau der letzten 16 Teams auf Frankreich. Gelang ihnen bei der Europameisterschaft noch der Coup mit einem Sieg, mussten sich die Herren diesmal mit einem deutlichen 28:45 geschlagen geben. In den Platzierungsgefechten konnten sich die deutschen Herren mit Herzberg, Bellmann, Schmidt und Steinberger erst im Gefecht um Platz 15 gegen Hongkong mit 44:40 durchsetzen.

Die Damen des deutschen Fechterbundes mit Ndolo, Christmann, Sozanska und Stahlberg trafen im Viertelfinale gegen die späteren Weltmeisterinnen aus Estland. In einem taktisch geprägten Gefecht mussten sich die Deutschen mit 11:12 geschlagen geben. Auf der nun folgenden Siegerstraße ließen die Fechterinnen um Alexandra Ndolo zunächst Russland mit der neuen Weltmeisterin im Einzel Tatiana Gudkova mit 40:34 und dann Frankreich mit 45:38 hinter sich und sicherten sich damit den fünften Platz. „Das war eine sehr gute Leistung von den Mädchen. Sie waren an Estland dran, hatten am Ende ein wenig Pech. Wir sind mit ihnen sehr zufrieden“, so der Kommentar des Sportdirektors des deutschen Fechterbundes Sven Ressels. Auch Michel Colling äußerte sich zufrieden: „Das Ergebnis zeigt, wie nah die Damenmannschaft an der Weltspitze dran ist“.

Heike Bernstein

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