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Doppel-Weltmeister Johannes Floors (c) Beautifulsports/Axel Kohring
Doppel-Weltmeister Johannes Floors (c) Beautifulsports/Axel Kohring

Sa, 22.07.2017

Floors krönt sich zum Doppel-Weltmeister von London

Johannes Floors sprintet über 200 Meter zu Gold und ist mit drei Medaillen einer der erfolgreichsten Sportler der Para-Leichtathletik-WM in London.

„Prothesen-König“, „Kronprinz von Oscar Pistorius“, „Deutscher Blade Runner“: Die Presse schwärmte schon vor der Weltmeisterschaft von Johannes Floors. Nach Silber über 100 Meter sowie Gold über 200 und 400 Meter steht fest, dass die Superlative gerechtfertigt waren. In neuem WM-Rekord von 21,50 Sekunden ließ der Athlet des TSV Bayer 04 Leverkusen über 200 Meter wie über die doppelte Distanz zwei US-Amerikaner hinter sich – dieses Mal Hunter Woodhall und Nick Rogers. „Das ist schon sehr geil. Zwei Mal Gold ist phänomenal. Das Wetter hat zwar nicht so mitgespielt, aber jeder hat die gleichen Bedingungen und das war super. Ich bin rausgegangen, habe mein Ding gemacht und gewonnen“, sagte der 22-Jährige.

Zusammen mit Trainer Karl-Heinz Düe hatte er in diesem Jahr viel am Laufstil gearbeitet und bereits Europarekorde über 100 und 200 Meter aufgestellt. An einen solchen Erfolg hatte er aber nicht gedacht: „Ich wusste, dass ich schnell bin, wir haben viel trainiert und viel umgestellt, aber wir sind ohne Erwartung hierher gefahren und wollten gucken, was herauskommt.“

Vor allem für das Londoner Publikum hatte Floors nur Lob übrig: „Diese Menschenmengen sind einfach der Hammer, vor so vielen Menschen zu laufen ist so ein geiler Boost, da läuft man immer noch mal schneller.“

Motivationsprobleme wird er nach diesem großen Erfolg im Hinblick auf die Europameisterschaft 2018 in Berlin nicht bekommen: „Leichtathletik mache ich, weil es mir Spaß macht und nicht nur, um zu gewinnen, aber ohne Spaß würde ich nicht weitermachen.“

Sein großes Ziel bleibt Tokio 2020, „den Olympiasieger will jeder werden.“ Die Heim-EM soll dabei eine Zwischenstation sein. In der Klasse T44 der beidseitig Unterschenkelamputierten gilt ab dem 1. Januar 2018 eine neue Formel für die Länge der Prothesen, die Rekorde werden zurückgesetzt. „Deshalb will ich in Berlin mal am Weltrekord kitzeln.“ 

Nach dem erfolgreichen Samstag hat das kleine deutsche Team von Bundestrainer Willi Gernemann nun 19 Medaillen: Sieben in Gold, sechs in Silber und sechs in Bronze. Am Sonntagabend haben aus Leverkusener Sicht noch die 4x100-Meter-Staffel und Irmgard Bensusan über 200 Meter die Chance, die hervorragende Bilanz noch zu verbessern.

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