Sport ist unsere Leidenschaft
Sport ist unsere Leidenschaft

News

Fr, 12.05.2017

Bayer-Leichtathleten starten in die Freiluft-Saison

Am Sonntag steigen die Leichtathleten des TSV Bayer 04 Leverkusen in die Freiluft-Saison ein. Davor verbrachten sie elf Tage in der Sonne auf Lanzarote.

Die Trainingsgruppe im Club La Santa auf Lanzarote
Die Trainingsgruppe im Club La Santa auf Lanzarote

„Man kann sich ja fragen, warum wir überhaupt ins Trainingslager fliegen, wenn in Leverkusen die Infrastruktur so gut ist“, sagt Trainer Karl-Heinz Düe und liefert die Antwort gleich mit: „Aber immer nur in Leverkusen sein – da stumpft man ab. Und außerdem trainiert es sich in der Sonne einfach besser. Auf Lanzarote waren wir so oft, da weiß man, was einen erwartet. Wir können sofort was machen, fühlen uns sofort zuhause und haben optimale Bedingungen.“

Während in Deutschland Regen und Kälte dominierte, waren David Behre, Johannes Floors, Markus Rehm, Felix Streng und Léon Schäfer auf den Bildern aus Spanien vorwiegend ohne T-Shirt auf der Laufbahn unterwegs und feilten neben ihren individuellen Strecken auch in drei Einheiten an den Wechseln für die Staffel. Irmgard Bensusan hatte Mehrkämpferin Anna Maiwald als Trainingspartnerin dabei, Markus Rehm Trainerin Steffi Nerius.

Für den Weltrekordler war Lanzarote der bisherige Höhepunkt einer Saisonvorbereitung, die durchwachsen war. Bis Dezember konnte Rehm ein normales Aufbau-Training machen, dann folgte eine Knie-Operation und Achillessehnenschmerzen. „Bis März haben wir uns durchgehangelt mit Alternativtraining und dann erst angefangen zu springen“, sagt Trainerin Steffi Nerius: „Dafür war Lanzarote aber ganz gut.“

Felix Streng trainierte individuell nach dem Plan seines neuen Trainers Hans-Jörg Thomaskamp und machte die Einheiten mit der Staffel mit. Für Thomaskamp, der viele neue Impulse in Strengs Training bringt, ist es das erste Mal, dass er einen paralympischen Athleten trainiert. Bislang sind beide mit der Zusammenarbeit sehr zufrieden.

In Ralf Müller vom Olympiastützpunkt Rheinland war ein Biomechaniker die ganze Zeit vor Ort, der den Laufstil, die Wechsel und die Sprünge der Athleten analysierte, Henner Rötting war als Physiotherapeut immer verfügbar.

Das einzige Manko am Trainingslager war dann das Wetter nach der Rückkehr nach Deutschland. „Da war die Stimmung im Keller, deshalb habe ich das Training gezielt ein bisschen reduziert, weil wir uns davon auch erholen müssen“, erklärt Düe.

Am Sonntag ist in Essen der Saisonauftakt, für die Düe-Athleten stehen 100 und 200 Meter an. Eigentlich sollte auch die Staffel zum ersten Mal in einem Wettkampf 2017 laufen, mit Léon Schäfer für Markus Rehm. Ob daraus etwas wird, ist aber noch unklar, weil David Behre nach einem Sturz im Trainingslager noch angeschlagen ist.

Rehm wird noch nicht in die Saison einsteigen. „Wir haben die ersten Wettkämpfe abgesagt, weil die Form noch nicht so da ist, wie wir sie gerne hätten“, sagt Nerius. Geplant ist nun ein Einstieg am 2. Juni in Innsbruck, „und dann machen wir einen Schritt nach dem nächsten.“

Für die Düe-Athleten sieht der weitere Fahrplan vor, am 25. Mai an Christi Himmelfahrt in Köln zu starten, Felix Streng ist am Tag darauf in Manchester, der Rest der Gruppe zwei Tage später in Weinheim, wo Behre und Floors zum ersten Mal über 400 Meter laufen sollen. Dann geht es für die beiden Langsprinter zusammen mit Irmgard Bensusan nach Paris zu den Offenen Französischen Meisterschaften, am 9. Juni nach Osterode, am 17. Juni möglicherweise zum Grand Prix nach Berlin und am 23. Juni steht das heimische Integrative Sportfest mit vielen internationalen Stars an, bevor das Team am 11. Juli nach London zur WM fliegt.

Im Hinblick auf dieses Highlight hofft Düe, zwei bis drei Mal die Staffel vorher im Wettkampf getestet zu haben. Mit seinen Athleten ist er nach dem Trainingslager durchgängig zufrieden. Das sagt er über...

  • Irmgard Bensusan: „Sie hat super trainiert und wird in dieser Saison an ihre guten Leistungen aus Rio anknüpfen können.“
  • Johannes Floors: „Mit ihm haben wir viel am Laufstil gearbeitet und müssen jetzt schauen, wie er es auf den Wettkampf übertragen kann.“
  • David Behre: „Nach einem Highlight wie Rio müssen wir bei ihm schauen, wie in dem Übergangsjahr die Motivation vom Kopf her ist. Nach seinem Sturz tut er sich noch ein bisschen schwer.“
  • Léon Schäfer: „Bei ihm geht es darum, wie das regelmäßige Training wirkt. Wie steckt er die Belastung mit der Sporthochschule weg? Das steht im Vordergrund, eine Verbesserung ist in dieser Saison sekundär, kann aber natürlich auch passieren.“

Davor, seinen Paralympics-Sieger Heinrich Popow bei der WM abzuschreiben, weil er noch immer in der RTL-Show Let’s Dance dabei ist, warnt Düe übrigens: „Er ist ein ausgebuffter Athlet und er ist in jedem Fall fit. Natürlich ist körperlich fit nicht automatisch fit für den Weitsprung, aber andererseits lernt er ja gerade auch, was Körperspannung bedeutet. Da muss man einfach abwarten.“ 

Zurück

Partner im Sport
Netzwerk
Business Partner