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Portrait Irmgard Bensusan: Die Ziele für Rio bleiben ihr Geheimnis

Mi, 31.08.2016

Portrait Irmgard Bensusan: Die Ziele für Rio bleiben ihr Geheimnis

Seit 2014 startet Irmgard Bensusan für den TSV Bayer 04 Leverkusen. Hier erfahrt Ihr mehr über die 25jährige.

2016 lief für Irmgard Bensusan gut, auch wenn es anfangs verletzungsbedingt einige Probleme gegeben hatte. Nach drei Silbermedaillen 2014 bei der Europameisterschaft und einer weiteren 2015 bei der WM in Doha kürte sie sich im italienischen Grosseto über 100 und 200 Meter zur Europameisterin. Rio werden ihre ersten Paralympics sein. „Dann wird mein Traum endlich wahr“, sagt die 25-Jährige, die erst seit zwei Jahren für Deutschland startet.

Davor war sie Mitglied in der südafrikanischen Nationalmannschaft der Nichtbehinderten und erfolgreich. Nachdem sie aber an einer Hürde stürzte kam es zu einem Drop-Foot, der rechte Unterschenkel ist teilweise gelähmt mit einem Nervenschaden. Als sie in Südafrika klassifiziert werden sollte, sagte die zuständige Dame, sie sei nicht behindert. „Meine Mutter ist in Hannover geboren und hat daraufhin Kontakt nach Deutschland aufgenommen.“ Schnell entstand der Kontakt zu Jörg Frischmann, Geschäftsführer der Behindertensportabteilung beim TSV Bayer 04. In Deutschland wird sie klassifiziert. „Die gleiche Dame wie damals in Südafrika sagte mir nun, ich sei behindert.“ In Leverkusen trainiert sie in der Trainingsgruppe von Karl-Heinz Düe. Gemeinsam mit David Behre, Heinrich Popow und Felix Streng absolviert sie viele Trainingseinheiten mit den Nichtbehinderten und fährt mit Ihnen ins Trainingslager.

Aus einem anfangs kurzen Aufenthalt in Leverkusen folgte eine längere Bleibe, das Studium in Südafrika hatte sie zuvor abgeschlossen. Neben dem Training lernt sie Deutsch, nur der Unterricht muss seit Anfang August aussetzen. „Ich sollte mich jetzt auf den Sport fokussieren, danach kann ich weiterlernen. Es ist cool in Leverkusen, deshalb habe ich mich auch entschieden, bis Rio hier zu bleiben.“

Ziele hat sie für ihre ersten Paralympics, „aber die sind mein Geheimnis. Ich habe sie und arbeite daran, aber erzählen möchte ich sie niemandem.“ Eine Medaille ist realistisch, vielleicht reicht es sogar für ganz vorne. Größte Konkurrentinnen sind vermutlich Malou van Rhijn (NED) und die Französin Amelie Le Fur sein.

Die vielen Starts über 100, 200 und 400 Meter stören die Athletin von Karl-Heinz Düe dabei nicht. „Wenn man schon mal die Möglichkeit hat, bei Paralympics zu sein, ist das auch nicht schlecht, wenn man so oft laufen darf. Ich freue mich vor allem darauf, dass meine Familie mich vor Ort unterstützt.“

Dass die in Pretoria geborene Südafrikanerin, die schon immer eine doppelte Staatsbürgerschaft hatte, dann für Deutschland laufen wird, ist kein Thema. „Ich bin sehr dankbar, für Deutschland starten zu dürfen. Mein Herz schlägt mittlerweile auch für Deutschland.“

 Text: Nico Feisst mit Ergänzungen TSV Bayer 04

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