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David Behre: Doppelte Bescherung zum 30. Geburtstag?

Fr, 02.09.2016

David Behre: Doppelte Bescherung zum 30. Geburtstag?

Bei den Paralympics in Rio peilt David Behre seine erste Einzelmedaille bei den Paralympics an. Auch mit der staffel will der 29jährige auf das Podest.

David Behre. Foto: Axel Kohring (beautiful sports)

Schon nach den Paralympics 2012 in London – seinen ersten – hatte David Behre das Ziel klar formuliert: 2016 in Rio soll eine Einzelmedaille her. Da wusste er noch nicht, dass er als Doppelweltmeister nach Brasilien reisen wird: In Doha gewann er bei der WM im vergangenen Jahr mit der 4x100-Meter-Staffel und auch alleine über die Stadionrunde.

Doch wie vor den Spielen in London, als nach einem Meniskusriss und einer Infektion gar eine Amputation des Knies oder ein Karriereende gedroht hatte, verläuft auch dieses Mal seine Vorbereitung auf den Saisonhöhepunkt nicht optimal: Im März und April warf ihn eine traumatische Thrombose zurück, weil die Prothese nicht richtig saß.

„Da konnte ich nur alternativ trainieren, war viel im Wasser, auf dem Rad oder im Kraftraum“, sagt der 29-Jährige.

An Form hat er wenig verloren, lediglich das Laufgefühl kam nur langsam wieder. Favorit ist Behre in einem engen Feld über 400 Meter trotz des WM-Titels nicht unbedingt. Im Laufe der Saison sind die Leistungen auf der stadionrunde explodiert. Nach der konsequenten Bestätigung der Sperre des US-Amerikaner Blake Leeper durch das CAS, ist der Top-Favorit aus dem Rennen.  Somit gibt es sechs Athleten, die um den Titel kämpfen werden. Genau wie Teamkollege Johannes Floors peilt Behre eine 47er-Zeit an.

Sein 30. Geburtstag am 13. September wird kleiner ausfallen müssen, am nächsten Tag ist der Vorlauf über 400 Meter, am 15. dann das Finale. Wenn es optimal läuft, hat sich Behre das Geschenk sowieso schon vorzeitig gemacht, denn am 12. September wird es über 4x100 Meter ernst. „Da haben wir eine mega Chance, die Amerikaner zu ärgern“, sagt Behre über seine Weltmeister-Staffel. Zwar ist das Team USA von den Einzelleistungen stärker, doch der Faktor Leverkusen spricht für Deutschland. Markus Rehm, Felix Streng, Johannes Floors – alle sind sie wie Behre bei Bayer 04. „Das ist halt unsere Vereinsstaffel“, sagt Behre: „Wir trainieren jeden Dienstag und sind bislang auch gut unterwegs.“

Eines darf ihn optimistisch stimmen: Seit seinem ersten internationalen Einsatz bei der WM 2009 ist Behre nie ohne Medaille nach Hause gekommen, er wurde drei Mal Europameister, zwei Mal Weltmeister, in London gab es Staffel-Bronze. Eine steile Karriere für den Moerser, der 2007 nach einem Unfall durch einen Beitrag über Oscar Pistorius im Fernsehen den Entschluss fasste, Prothesensprinter zu werden.

Genau wie ihn damals Heinrich Popow zum Behindertensport in Leverkusen brachte, macht Behre heute Menschen Mut, die beispielsweise ein Bein verloren haben. Dazu hat er auch das Buch „Sprint zurück ins Leben“ geschrieben, das von seiner Reha, von seinen ersten Schritten auf Sprintprothesen und von seinem Weg zu den Paralympics in London erzählt. In Rio könnte er nun ein weiteres Kapitel hinzufügen.

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