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Alexander Blessig traut den Giants noch einiges zu in dieser Saison. Foto: Fleschenberg
Alexander Blessig traut den Giants noch einiges zu in dieser Saison. Foto: Fleschenberg

Fr, 22.12.2017 | Basketball

"Wir sind eine geschlossene Einheit!"

Interview mit Giants-Spieler Alexander Blessig.

Es ist kalt in Leverkusen, sehr sogar. Die ein oder andere Schneeflocke hat sich bereits den Weg in Richtung Erde gebahnt und lässt sich auf dem Vorplatz der Ostermann-Arena nieder.

In der Rundsporthalle dagegen ist es "muckelig" warm. Schon beim hereinkommen hört man den Molten auf und ab springen, Bälle fliegen durch die Reuse: Es wird trainiert, auch so kurz vor der Weihnachtspause.

Nach einer schweißtreibenden Einheit kommt Aufbauspieler Alexander Blessig frisch geduscht aus der Umkleidekabine.
Gut gelaunt gibt der gebürtige Berliner mitteilungsfreudig Auskunft über die aktuelle Spielzeit 2017/18.

Frage: Alex, danke dass du dir für dieses Gespräch Zeit genommen hast. Das Wichtigste vorab: Hast du bereits alle Weihnachtsgeschenke für deine Familie und Freunde finden können?
Alexander Blessig (schmunzelt): Noch nicht ganz, ich muss noch ein paar Geschenke besorgen. Ich verbringe die Feiertage mit meiner Familie väterlicherseits in Kuwait, daher muss ich alle Geschenke in Deutschland erst etwas später „abliefern“. Generell steht bei uns aber mehr die Familie als materielle Dinge an Weihnachten im Vordergrund.

Wie verbringt Familie Blessig die Weihnachtstage?
Meine deutsche Familie ist bei meinen Großeltern mütterlicherseits in Berlin. Leider gibt es für mich nur einmal im Jahr richtig die Möglichkeit meine Familie in Kuwait zu besuchen und das ist meistens um den Jahreswechsel herum.
Ich fliege vom 19.12.2017 bis 27.12.2017 dorthin, deswegen verpasse ich leider die Weihnachtstage.
Kuwait ist ein muslimisches Land, dort wird der Heiligabend nicht gefeiert.

Lass uns zum sportlichen kommen: Eure Saison ähnelt einer Art Achterbahnfahrt. Mal geht es aufwärts und dann kommen Rückschläge und es scheint bergab zu gehen. Würdest du dies so unterschreiben? Wie sieht deine Beschreibung des Saisonverlaufs aus?
Es ist richtig, die Saison ist bisher durchwachsen verlaufen. Dennoch sehe ich einen Aufwärtstrend. Besonders in den letzten Trainingswochen hatten wir eine hohe Intensität in den Einheiten, die Spieler entwickeln sich alle sehr gut.
Positiv ist, dass wir uns immer besser als Team finden. In der zweiten Hälfte der Saison gilt es für uns das auch aufs Parkett bringen. Ich bin zuversichtlich, dass wir das hinbekommen und unseren besten Basketball gegen Ende der Saison in den Playoffs spielen werden.

Mit dem achten Tabellenplatz würdet ihr derzeit in den Playoffs stehen, welches auch das Ziel der Vereinsführung ist.
Bist du der Ansicht, dass mit dem Team mehr als der achte Rang möglich ist?
Definitiv, unser Ziel ist es, die beste Ausgangsposition für die Playoffs zu erreichen. Im Basketball beginnt die Saison in der Endrunde nochmal neu, die Karten werden ganz neu gemischt. Letztes Jahr war das nicht zu unserem Vorteil, in dieser Spielzeit wird es besser laufen, da bin ich von überzeugt!

Trainer Achim Kuczmann hat vor der Saison erklärt, dass er auf der Position des Aufbauspielers auf zwei einheimische Akteure, also dich und Marvin Heckel, setzen möchte.
Ein großer Vertrauensbeweis...oder?
Ja, dass zeugt sicherlich von großem Vertrauen. Mit Marvin haben wir einen der talentiertesten jungen deutschen Spieler auf der Aufbauposition in der ProB bekommen. Ich denke, wenn wir beide in der zweiten Saisonhälfte mehr Konstanz zeigen, werden wir das Vertrauen des Coaches auch bestätigen. Ich bin von unserem Können überzeugt.

Wie zufrieden bist du mit deiner bisher persönlichen Leistung in 2017/18?
Ähnlich wie die Leistung des Teams ist auch meine Leistung sehr durchwachsen. Ich habe mir für die zweite Saisonhälfte als Ziel gesetzt, das Tempo noch mehr zu kontrollieren und bessere Entscheidungen zu treffen. Vor allem in der Crunchtime und wenn wir bereits führen will ich dafür sorgen, dass wir die Partie mit einem Erfolg beenden.

Welches Spiel ist dir bisher in der akutellen Saison besonders in Erinnerung geblieben und warum?
Unser Auswärtssieg bei den Iserlohn Kangaroos war sicherlich ein ganz Besonderer. Iserlohn hatte bis dato kaum ein Spiel Zuhause verloren und steht in der Tabelle über uns. An dem Tag haben wir super verteidigt und als Team diesen wichtigen Sieg geholt. Ich hoffe, dass es uns gelingt öfter so in Zukunft aufzutreten.

Worin siehst du die größten Unterschiede zwischen den GIANTS im Vorjahr und dem Personal in dieser Spielzeit?

Unser Spiel ist weniger dreierlastig als in der Vorsaison. Wir bringen den Ball besser nach Innen und verteidigen härter. Das Team funktioniert dieses Jahr als sehr geschlossene Einheit, wir spielen füreinander und beziehen alle Spieler möglichst aktiv mit ein. In der Offense läuft der Ball aber teilweise noch nicht ganz so flüssig. Es gilt nun an dieser Schwäche zu arbeiten und die Fortschritte schnellstmöglich aufs Feld zu bringen.

Für dich verlief die Vorbereitung eher suboptimal: Aufgrund eines Auslandssemesters konntest du nicht an den Testspielen der BAYER GIANTS teilnehmen und bist erst spät ins Training eingestiegen. War dieser Nachteil für dich spürbar?
Die Vorbereitung verlief für mich nicht optimal, da ich sie bis auf die letzte Woche vor dem Saisonstart verpasst habe. Dennoch hat die Mannschaft es mir leicht gemacht, mich schnell zu integrieren. Ich kannte bereits alle Deutschen Spieler und die Amerikaner haben mich mit offenen Armen empfangen. Mittlerweile hat sich alles akklimatisiert und wir agieren als homogene Einheit.

Wie hast du dich in den USA fit gehalten?
Ich habe mich dort in einem Fitnessstudio angemeldet, das auch eine Basketballhalle hatte, diese war allerdings etwas klein. Dort war ich eigentlich fast jeden Tag vor der Uni. Nebenbei habe ich in verschiedenen Amateurligen mitgespielt, mal auf besserem und mal auf schlechterem Niveau. Streetball an der Brooklyn Bridge ging auch das eine oder andere Mal. Das hat geholfen mich fit zu halten, aber dann richtigen und geordneten Basketball zu spielen war schon etwas Anderes.

2017/18 ist deine zweite Spielzeit in Leverkusen. Wie beurteilst du die Organisation "BAYER GIANTS Leverkusen"?
Positiv, ich bin von den Spielern, dem Verein und dem Umfeld sehr gut aufgenommen worden und fühle mich extrem wohl bei den GIANTS. Das Management ist vorbildlich und kümmert sich äußerst gut um die Spieler.

Es ist zwar noch sehr früh aber kannst du dir auch eine dritte Spielzeit für den Rekordmeister vorstellen?
Das kann ich mir sehr gut vorstellen, hoffentlich dann auch eine Liga höher!

Alex, als abschließende Frage: Was wünschst du dir für 2018?
Gesundheit und eine erfolgreiche zweite Saisonhälfte für unsere BAYER GIANTS!

Christopher Kwiotek

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