Für Wissbegierige
Mit dem nötigen ernst möchten Trainer Michael Koch und seine Schützlinge die restlichen Partien in 2025 angehen / Foto: Frank Fankhauser
Mit dem nötigen ernst möchten Trainer Michael Koch und seine Schützlinge die restlichen Partien in 2025 angehen / Foto: Frank Fankhauser

| Basketball

„Mit Rückenwind in das Jahr 2026 gehen!"

Länderspielpause? Zeit für ein Interview!
GIANTS-Headcoach Michael „Mike" Koch stand Rede und Antwort und erzählt über die aktuelle Spielzeit 2025/26, das Leistungsniveau in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA uvm.


GIANTS: „Mike, nach einer anstrengenden Phase in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA steht der erste FIBA-Break von zwei Wochen auf dem Programm. Wie wichtig ist diese Pause für Euch, aber auch für dich als Headcoach?"

Koch: „Alleine wegen unserer Verletzungsmisere kommt diese Verschnaufspause zum genau richtigen Zeitpunkt. Dabei geht es nicht nur um John Williams Jr. und C.J. Oldham, sondern auch die anderen Jungs, welche angeschlagen sind. Sebastian Brach, der seinen Fuß schonen muss, ähnlich wie Kobe Langley mit seiner Blessur aus dem Gießen-Spiel. Luca Kahl hatte mit Magen-Darm-Problemen zu kämpfen. Auch unserer Veteranen Donte Nicholas und Dennis Heinzmann brauchen Zeit um durchzuatmen. Persönlich ist die Zeit auch für mich eine willkommene Gelegenheit, um ein paar Tage die Seele baumeln zulassen, bevor es wieder ans Eingemachte geht. Von daher sind wir froh, dass wir mal runterfahren können."

Vier Siege, sechs Niederlagen: Wie lautet dein erstes Zwischenfazit in Bezug auf die BAYER-Korbjäger?

Die ersten zehn Begegnungen der GIANTS sind in drei Phasen einzuordnen: Lernphase, Siege feiern und gezeigt bekommen, wie stark die Liga ist. Zum Start hatten wir noch mit Kaderänderungen zu kämpfen. Da musste sich die Hierarchie und Rotation im Kader finden. Dann kam der Dosenöffner mit dem Erfolg in Tübingen, der uns einen Push verliehen hat. Ich glaube, dass uns die wenigsten einen Sieg bei den Tigers und zuhause gegen Bremerhaven zugetraut hätten. Danach haben wir aber auch schmerzhaft erfahren, wie gut die Topteams in der ProA sind. Gegen Gießen, Hagen oder auch Quakenbrück mussten wir Lehrgeld zahlen. Wir haben schnell festgestellt, dass die Tabellenspitze noch weit entfernt für uns ist. Aber es ist alles in der Reihe und wir haben uns mit den acht Punkten auf dem Konto eine gute Ausgangssituation im Kampf um den Klassenerhalt geschaffen.

Was gefällt dir gut an eurem Spiel? Was kann noch besser werden?

Das interessante ist, dass wir von einem defensivlastigen nun den angriffsorientieren Weg gewählt haben. Da haben wir schon einige solide Spiele auf das Parkett gelegt, siehe die 93 Punkte in Kirchheim oder die 97 im Heimspiel gegen Münster. Das sieht schon richtig gut aus. Wir könnten dies noch verbessern, indem wir noch effizienter von außerhalb der Dreipunktelinie treffen. Ähnlich gilt es auch an der Verteidigung zu schrauben. Hier fehlt mir oftmals die Aggressivität, um den Gegner vom scoren abzuhalten. Daran arbeiten wir im Training.

Wie beurteilst du die ProA 2025/26 niveautechnisch?

In der Liga herrscht schon ein hohes Niveau. Wir sehen es beispielsweise an den beiden BBL-Aufsteigern Trier und Jena, die alles andere als Kanonenfutter in der Bundesliga sind. Die ersten sechs Mannschaften der Tabelle sind schon recht gut. Das merkt man dann auch finanziell. Ein breites Mittelfeld gibt es in der ProA nicht. Bedeutet, dass jeder jeden schlagen kann und es von Beginn an gilt hochfokussiert an jede einzelne Aufgabe zu gehen. Aber alles in allem ist eine Zweiklassengesellschaft in der BARMER-Liga erkennbar.

Spiegelt das aktuelle Tabellenbild deine Leistungseinschätzung wider?

Das ist schwierig zu beantworten. Zum einen habe ich noch nicht jede Mannschaft spielen sehen, zum anderen haben wir erst zehn Partien absolviert. Aber man kann das schon so ausdrücken. Vereine wie Phoenix Hagen, die BG Göttingen oder auch die Merlins Crailsheim haben sich oben festgesetzt und gehören sicherlich zum Favoritenkreis um den Aufstieg. Man sieht zum Beispiel auch, dass es für die ProA-Aufsteiger extrem schwierig ist, in dieser Liga zu gewinnen. 

Was ist euer Ziel bis zum Jahreswechsel?

Es ist klar, dass du als Profisportler jedes Spiel gewinnen möchtest. Wir haben gemerkt, wie schnell das geht und man sich in einem Negativstrudel wiederfindet. Von daher wollen wir die Aufgaben gegen Bayreuth, Koblenz, Nürnberg und Köln so erfolgreich wie eben möglich bestreiten. Dadurch, dass wir gegen viele Spitzenmannschaften schon gespielt haben, gilt es jetzt gute Leistungen abzurufen. Wir erhoffen uns, dass wir mit viel positivem Rückenwind in das Jahr 2026 gehen können.

Vielleicht kannst du den Fans an dieser Stelle ein kleines Update zum Status von C.J. Oldham und John Williams Jr. geben?

Es wäre an dieser Stelle nicht seriös von mir, eine Prognose für die Rückkehr der beiden Spieler zu stellen. Ich bin weder Mediziner noch Physiotherapeut, es ist schwierig den genauen Genesungsprozess ins kleinste Detail wiederzugeben. Klar ist, dass der FIBA-Break für John und C.J. zum richtigen Zeitpunkt kommt. Es gibt ihnen die Möglichkeit sich weiter zu regenerieren und dann schauen wir mal, wer am 7. Dezember in Bayreuth auf der Platte steht.

Wir haben jetzt so oft über das Länderspielfenster gesprochen: Wie schätzt du die Leistungen der DBB-Auswahl gegen Israel und Zypern ein?

Als sehr stabil. Wir dürfen nicht vergessen, dass beim DBB die NBA-Spieler gefehlt haben. Natürlich hatte das Problem jede Nation, dennoch ist es erst einmal ein „anderes" Team. Es war gut, dass Bundestrainer Alex Mumbru auf die EuroLeague-Jungs zurückgreifen konnte. Das war wichtig für die Konstanz. Der Sieg gegen Israel war souverän. Auch in Zypern hat die Truppe munter aufgespielt. Alles in allem glaube ich, dass wir diese WM-Qualifikation ohne großen Rückschlag packen werden.

Das Gespräch führte Christopher Kwiotek (CK)

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