Sport ist unsere Leidenschaft
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Historie

Historie

Die Vereinshistorie

Vom Turn- und Spielverein der Farbenfabriken vorm. Friedrich Bayer & Co., Leverkusen zum Turn- und Sportverein Bayer 04 Leverkusen

Der TuS wurde am 1. Juli 1904 gegründet, am selben Tag, da in St. Louis, USA, die 3. Olympischen Spiele der Neuzeit - als Anhängsel, wie 1900 in Paris, der Weltausstellung - eröffnet wurden. Die heutigen "Abteilungen" damals "Riegen" genannt, hatten einen besonderen Status: Zur Unterscheidung von den Riegen der Turner wurden sie als Sonderriegen geführt, und innerhalb der Satzung des Gesamtvereins galten zusätzliche Riegensatzungen. Die Gründung der Sonderriegen ist in der bisherigen Literatur teils falsch datiert worden.

Es kann nach heutigem Stand der Forschung von Folgendem ausgegangen werden:
1907 entstand die Fußballriege. 1908 entstand die Schwimmriege. Die Fechtriege wurde zwar 1909 schon etabliert, bekam ihren offiziellen Riegenstatus jedoch erst 1913. Dies hängt vermutlich damit zusammen, dass es für die Fechter - anders als bei Fußballern und Schwimmern - 1909 noch keinen Dachverband gab: Denn der Deutsche Fechter-Bund wurde erst 1911 gegründet. Aber von Anfang an wurden - unabhängig von Riegenbildungen - unterschiedlichste "Leibesübungen" betrieben, unter anderem Faustball und andere Spiele, volkstümliches Turnen (Leichtathletik) und sogar Eislaufen.

Ein Sonderfall ist die "Turnriege Dormagen", die 1927 als Unterabteilung des TuS 04 gegründet wurde (1917 war das Werk Dormagen eröffnet worden); Im Jahr 1933 wurde aus dieser Riege Dormagen ein selbstständiger Verein.

Der TuS 04 wurde aber nicht ins Vereinsregister eingetragen. Der anfangs nur für Werksangehörige und deren Familienmitglieder offene Verein war Bestandteil der "Wohlfahrtsabteilung" (später: Sozialabteilung) der Farbenfabriken.

Die erste Übungsstätte der Geräteturner war das Medizinallager der Fabrik. 1908 wurde das Erholungshaus eingeweiht, dessen großer Saal vom Konzept her vorrangig für die Turner vorgesehen war und auch so ausgestattet wurde - beispielsweise mit Sprunggrube unter der Bühne, die dazu offengelegt werden musste, und mit fest an den Seiten von der Decke herab hängenden Ringen. Zunehmende Konkurrenz durch die Kulturveranstaltungen führte dazu, dass die Turner eine andere Halle bekamen: den Germania-Saal eines Gasthofs, der an der (heutigen) Ecke Friedrich-Ebert-/Titanstraße lag ("Halle Lützenkirchen" genannt). Außenplätze (auch Spielplätze zum Turnen) waren der Park am Erholungshaus, zu dem die Fußballer wanderten, sowie bis 1914 ein Sportplatz an der Dhünn (heute: Albert-Einstein-Str., Kolonie II). Dort blieben sie bis 1932, um dann zum legendären Platz am Stadtpark (heute: Lise-Meitner-Gymnasium) umzusiedeln; von dort ging es schließlich 1958 ins neue Ulrich-Haberland-Stadion.

Gegenüber der "Halle Lützenkirchen" auf der anderen Straßenseite (heute: Bayer-Lastenhof) erhielt der TuS 1923/24 einen neuen Platz für Geräteturnen, volkstümliches Turnen und Ballspiele.

Im Rahmen der von der deutschen Turnschaft (DT) betriebenen "reinlichen Scheidung" zwischen (deutschem) Turnen und (englischem) Sport kam es 1923 zur Abtrennung der Fußballer vom TuS 04. Fortan gab es den TuS 04 und den "Fußballverein 04 Leverkusen".

Der FV 04 schloss sich mit dem Box- und Sportverein Wiesdorf und mit Leichtathleten (auch aus dem TuS 04) im Jahr 1928 zusammen zur Sportvereinigung (SV) Bayer 04, die von - der NS-Zeit (Betriebssportgemeinschaft der IG Farben) - abgesehen, bis 1984 ebenso bestanden hat wieder der (alte) TuS 04.

1927 wurde das (damals noch städtische) Stadion in Manfort eröffnet, das zunächst dem TuS 04 Manfort - 1950 fusioniert mit Jahn Küppersteg, gegr. 1914 (u.a. Paul Janes, dt. Rekordinternationaler, bis Uwe Seeler kam), zum VfL Leverkusen -, dann auch der SV Bayer 04 zur Verfügung stand.

1936 liefen die Fußballer von SV Bayer mit dem Bayerkreuz auf dem Trikot auf.

1937 schlossen sich dem TuS 04 unter dem Druck der NS-Sportbehören die Ringer und Stemmer des Turn- und Stemmclubs Germania an; beim TuS 04 gab es seither eine Schwerathletikabteilung, die erst 1959 aufgelöst wurde und quasi in eine Judo-Abteilung überging.

Nach dem Zweiten Weltkrieg beschließt der HV des SV Bayer 04 1949 die Einführung des bezahlten Vertragsfußballs.
1951 formiert sich beim TuS 04 der Versehrtensport, die heutige Behindertensportabteilung.

1954 kommt Bert Sumser als Trainer nach Leverkusen und setzt den rasanten Aufschwung der Leichtathleten bei der SV Bayer in Gang - 1958 erste Europameisterschaft durch Armin Hary, 100 Meter.

1958 wird das Ulrich-Haberland-Stadion eröffnet, für Fußball und für Leichtathletik, daneben (heute Kleines Haberlandstadion) Rasenplätze für Feldhandball (SV Bayer 04 Dt. Meister).

1958 steht die Fritz-Jacobi-Halle der SV Bayer 04 zur Verfügung, dem TuS 04 ab 1961 die Kurt-Rieß-Anlage.

1952 in Helsinki wurde Dieter Engelhardt im Marathonlauf zum ersten 04-Olympiateilnehmer. 1960 in Rom folgten Fechter Dieter Löhr vom TuS 04 und Halbschwergewichtsboxer Emil Willer vom SV 04.

1960 wird die Basketballabteilung gegründet, kurz darauf Volleyball und Rasenkraftsport. 1964 erster 04-Olympiasieger: Zehnkämpfer Willi Holdorf, SV Bayer 04. Beim TuS 04 macht Trainer Gerd Osenberg die LA-Abteilung der Frauen stark, u.a. Weltrekordlerin Liesel Westermann, Diskus, vor allem aber Heide Rosendahl, die 1972 in München zweimal Gold und einmal Silber holt. Deutsche Meisterschaften in Serie holten in den 70er Jahren die Kunstturner und Basketballer. 1979 steigen die Fußballer in die 1. Bundesliga auf.

1984 fusionieren beide Vereine auf Drängen der Bayer AG zunächst zu Turn- und Sportvereinigung Bayer 04 (also d i e TSV), kurz darauf aber zum Turn- und Sportverein Bayer 04 (d e r TSV). Beim TuS 04 waren erhebliche Widerstände gegen die Fusion zu überwinden. 1993 legt der Sportbeauftragte der Bayer AG, Jürgen von Einem, das neue Spitzensport-Konzept vor: Sponsorship statt Mäzenatentum.

1999 wird die Bayer 04 Fußball GmbH gegründet. Das völlig neu gebaute Stadion wird 2000 in BayArena umbenannt, und im August 2001 wird die neue Leichtathletikhalle in Manfort eingeweiht.

Matthias Bauschen

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