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22.10.2009, fmR/C.S.
Titelverteidiger entführt beide Punkte

Vizemeister Leverkusen lief gegen Meister Leipzig lange Zeit einem Rückstand hinterher, ehe in der Schlussphase noch eine Wende möglich schien: Doch nach 60 unterhaltsamen Spielminuten hatten die Sächsinnen das Spitzenspiel in der Handball-Bundesliga mit 22:20 Toren gewonnen.


Die Elfen haben im Spitzenspiel der Handball-Bundesliga die erste Niederlage hinnehmen müssen. Gegen den HC Leipzig verlor die Mannschaft von Renate Wolf am Mittwoch Abend vor 1.200 Zuschauern in der Smidt-ARENA knapp mit 20:22 (10:13) Toren. Anne Ulbricht (6) und Ania Rösler (8/5) erzielten die meisten Treffer für die Gäste. Bei Leverkusen überragte vor allem Torhüterin Lena Knipprath sowie die sechsfache Torschützin Anne Müller.

Der Meister aus Leipzig erwischte den besseren Start in die Partie. Erst nach vier Minuten gelang den Elfen durch Anna Loerper der erste Treffer zum 1:3. HCL-Trainer Heine Jensen begann mit Anne Ulbricht im linken Rückraum, ließ dafür Karolina Kudlacz auf der Bank und wechselte für die Abwehr die beiden deutschen Nationalspielerinnen Susann Müller und Ania Rösler zu Gunsten der schwedischen Auswahlspielerinnen Sara Holmgren und Sara Eriksson aus. Im Angriff blieben die Elfenwürfe noch zu unplatziert, doch da sich die Abwehr zu steigern wusste und auch den HCL zu Würfen aus ungünstigen Positionen zwang, blieb der Rückstand konstant.

Vorne lief es weiterhin nicht rund, Leipzig erarbeitete sich einige Strafwurfchancen, die Ania Rösler sicher verwandelte. Mit ihrem Hattrick von der Siebenmeterlinie zog der HCL auf 8:3 (17.) davon. Renate Wolf probierte viel, um der Partie eine Wendung zu geben. Elli Garcia kam wie bei der Partie gegen Göppingen auf dem linken Flügel, um dann auch als vorgezogene Deckungsspielerin zu agieren. Mit Erfolg, die Elfen kämpften sich auf zwei Tore (7:9) heran, doch auch die Sächsinnen wussten jede kleine Schwäche zu bestrafen. Nachdem Karolina Kudlacz mit einem Gegenstoß zum 8:12 (26.) getroffen hatten, rückte Lena Knipprath für die dieses Mal glücklos wirkende Clara Woltering zwischen die Pfosten.

Die Keeperin musste zwar noch den ersten Ball von Lisa Wiren vom rechten Flügel passieren lassen, avancierte danach aber zum schwer überwindbaren Hindernis für den HCL. Auf der Gegenseite musste auch Katja Schülke kein Gegentor hinnehmen, so nahm Heine Jensen zwanzig Sekunden vor dem Ende des ersten Durchgangs noch seine Auszeit, um den letzten Angriff zu besprechen. Leipzig kreuzte und Susann Müller schloss ab. Den Wurf der Nationalspielerin fing Knipprath ab - und Elli Garcia konnte noch mit dem Pausenpfiff einen Gegenstoß zum 10:13 verwandeln.

Nach dem Seitenwechsel lieferten sich beide Mannschaften ein Duell auf Augenhöhe. Die Sächsinnen konnten ihre knappe Führung weiterhin behaupten, auch weil Laura Steinbach das Pech an den Fingern klebte und Lyn Byl völlig unbedrängt nur den Pfosten traf. Tore blieben dank der starken Torhüterinnenleistungen auf beiden Seiten Mangelware. Nachdem sich der HCL wieder durch zwei Gegenstöße auf 19:14 absetzen konnte, beantragte Renate Wolf zehn Minuten vor Schluss noch einmal eine Auszeit.

Elli Garcia wechselte nun in den linken Rückraum und Sara Walzik spielte fortan auf der linken Außenbahn. Mit einer offensiven Abwehrformation wurde hinten das Tor dicht gemacht, und die Elfen kämpften sich nun über schnelle Gegenangriffe zum 19:20-Anschlusstreffer. Nun musste Heine Jensen reagieren. Mit einer Auszeit stellte er seine Mannschaft auf die letzten vier Minuten der Partie ein. Karolina Kudlacz verlor aber im Angriff den Ball und Elli Garcia glich aus. 

Leipzig legte noch einmal durch Renate Urne vor, die Schlussphase war dann vor Dramatik kaum zu überbieten. Anna Loerper tankte sich durch die Deckung des HCL durch, Karolina Kudlacz fuhr im Sprung die Hüfte aus und bescherte den Elfen einen Siebenmeter. Nach der notwendigen Verletzungspause schnappte sich die Spielmacherin selbst den Ball, doch Katja Schülke parierte. Auf der Gegenseite erarbeiteten sich auch die Gäste ihre Strafwurfchance, Renate Urne trat gegen Clara Woltering an - und auch die norwegische Nationalspielerin vergab. Noch einmal bot sich die Chance zum Remis, aber Leipzig stand gut in der Deckung, erzwang den Ballverlust - und der HCL konnte mit dem Schlusspfiff noch einen Strafwurf von Karolina Kudlacz zum 20:22-Endstand verwandeln.

TSV Bayer 04 Leverkusen - HC Leipzig 20:22 (10:13)

Elfen: Woltering, Knipprath - Byl, Zapf, Vietz, Walzik, Garcia 3, Müller 6, Loerper 2/1, Bönighausen 1, Glankovicova, Ahlgrimm 3, Steinbach 1, Engel 4/2

Leipzig: Schülke, Plöger - Ommundsen, Holmgren, Ulbricht 6, Augsburg, Daniels, Eriksson, Schulze, Kudlacz 3/1, Rösler 8/5, Wiren 2, Müller 1, Urne 2

Strafminuten: 6/6, Siebenmeter: 3/6 ; 6/8, Zuschauer: 1.200



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